Vorfälle setzen sich fort

Ekelhaft: Briefkästen in Nürnberg mit Kot beschmiert - Polizei ermittelt

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

E-Mail zur Autorenseite

29.9.2021, 09:37 Uhr
Sauber sieht auch dieses Exemplar nicht aus. Doch das ist nichts im Vergleich zu den Briefkästen in Worzeldorf, in die eine ältere Damen mit Kot gefüllte Umschläge wirft.

Sauber sieht auch dieses Exemplar nicht aus. Doch das ist nichts im Vergleich zu den Briefkästen in Worzeldorf, in die eine ältere Damen mit Kot gefüllte Umschläge wirft. © Foto: Oliver Berg/dpa

Die Aufregung war groß in Worzeldorf und Umgebung: Ausgerechnet wenige Tage vor der Bundestagswahl waren mehrere Briefkästen zugeklebt. Zwischenzeitlich hatte die Deutsche Post sie wieder geöffnet, damit zum Beispiel An der Radrunde wohnende Senioren ihre Briefwahlunterlagen einwerfen konnten, ohne weite Wege auf sich nehmen zu müssen.

Doch nun sieht sich das Unternehmen gezwungen, ab Mittwoch, 29. September, die Briefkästen An der Radrunde 151 und 168 in Worzeldorf sowie am Marthweg in Weierhaus und der Propsteistraße in Königshof erneut zu schließen. Der Post bleibe leider nichts anderes übrig, erklärt Sprecherin Jasmin Derflinger. Anders als erhofft, waren die betroffenen Briefkästen zuletzt prompt wieder beschmutzt worden.

Mitarbeitern wurde schlecht

Die Polizei hat inzwischen eine ältere Dame ermittelt, der die Taten zur Last gelegt werden. Insgesamt hatte es seit Juni 50 Fälle gegeben, in denen mit Kot gefüllte Briefe eingeworfen wurden. Während die Briefkästen massiv verschmutzt wurden, fielen manche der an Ämter und Behörden adressierten Sendungen erst im Verteilzentrum der Post auf. Mehrere Mitarbeiter dort mussten erbrechen.

In der Zwischenzeit sind mehrere Strafanzeigen wegen Körperverletzung und Beleidigung eingegangen. Auch die Staatsanwaltschaft ist laut Konrad eingebunden. Welches Strafmaß der älteren Dame drohen könnte, deren Gesundheitszustand unklar ist, ist noch offen. Für Körperverletzung ist eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren oder eine Geldstrafe vorgesehen, für Beleidigung drohen maximal zwei Jahre Gefängnis.

Um der Frau Hilfe zuteil werden zu lassen, hat die Polizei das Gesundheitsamt und das Betreuungsgericht über den Fall informiert, erklärt Konrad. Wie lange die Briefkästen geschlossen bleiben müssen, ist laut Post-Sprecherin Jasmin Derflinger noch unklar.

4 Kommentare