Elektroschrott-Rückgabe: Nürnbergs Händler gefrustet

13.7.2017, 05:57 Uhr
Seit Ende Juli dürfen Elektrogeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter ohne Kassenbeleg und ohne Kauf eines neuen Geräts bei Elektrohändler abgegeben werden. Größere Geräte dürfen dagegen nur gegen beim Kauf eines neuen kostenlos beim Händler gelassen werden.

Seit Ende Juli dürfen Elektrogeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter ohne Kassenbeleg und ohne Kauf eines neuen Geräts bei Elektrohändler abgegeben werden. Größere Geräte dürfen dagegen nur gegen beim Kauf eines neuen kostenlos beim Händler gelassen werden. © Horst Linke

Verbraucherschützer und die Deutsche Umwelthilfe ziehen eine durchwachsene Bilanz beim Elektroschrott. Die Rückgabe laufe nur schleppend, hat die DUH in mehreren Stichproben festgestellt. Auch aktuell sind wieder Tester der Umwelthilfe unterwegs - und erkennen zumindest eine leichte Verbesserung. Verbraucher würden nicht mehr so oft weggeschickt, heißt es.

Anders als zu Beginn, da habe nichts funktioniert, sagt Thomas Fischer von der DUH. Ganz zu schweigen davon, dass kaum einer wusste, dass er Altgeräte auch beim Händler zurückgeben kann. Und: "Verbraucher nehmen nur das in Anspruch, von dem sie wissen", sagt Fischer.

"Ich werde sicher nicht auch noch dafür werben", sagt allerdings ein Elektrohändler aus Nürnberg. Die großen Ketten verweisen derweil auf die Zentrale. Anders der Leiter eines größeren privaten Elektrofachhandels, der zumindest keine Probleme seit der Gesetzesänderung hat, aber klarstellt: "Wir sind ja kein Entsorgungsunternehmen."

Große Geräte nur bei Kauf

Dabei ist klar geregelt: Seit Ende Juli dürfen Elektrogeräte mit einer Kantenlänge bis 25 Zentimeter ohne Kassenbeleg und ohne Kauf eines neuen Geräts bei Elektrohändler abgegeben werden - wenn das Geschäft eine Verkaufsfläche von 400 Quadratmetern für Elektrogeräte hat. Bei Online-Händlern, die Elektromüll per Post zurückerhalten gelten Versand- und Lagerfläche. Größere Geräte dürfen dagegen nur gegen beim Kauf eines neuen kostenlos beim Händler gelassen werden.

All das ist bei expert TeVi in Nürnberg auf einem Plakat zu lesen, das an mehreren Stellen im Laden aushängt. Und ja, "die Kunden nehmen es an", sagt Wilhelm Hoch. Der Geschäftsleiter kann das auch mit Zahlen belegen: Allein im Mai hat die zertifizierte Entsorgungsfirma (von denen es in Nürnberg nur wenige gebe), 4,4 Tonnen Elektroschrott abgeholt - und das nur an Großgeräten.Denn für die Kleingeräte, bei der Leerung Anfang Juli immerhin 300 Kilogramm Toaster, Kaffeemaschinen und Co., arbeitet man mit der Noris-Arbeit zusammen, die bei den TeVi-Märkten in Nürnberg einen eigenen Container hat.

In Jubel bricht Wilhelm Hoch aber nicht aus, wenn er vom Elektroschrott spricht. Denn die Bilanz ist auch aus seiner Sicht durchwachsen. Natürlich sei es richtig, dass die Geräte ordentlich recycelt werden, aber sie bedeuten zusätzliche Arbeit. Und: ""Früher haben wir für den Altgerätetransport Geld bekommen, jetzt nicht mehr."

 

6 Kommentare