Verspätete Eröffnung

Erfahrungsfeld der Sinne: Diese neuen Stationen gibt es zu entdecken

19.6.2021, 17:19 Uhr
Wer schafft es, dass der Ball oben auf dem Wasserstrahl balanciert? 

Wer schafft es, dass der Ball oben auf dem Wasserstrahl balanciert?  © Stefan Hippel, NNZ

An der Angel von Philipp Langenbach hängt kein Fisch, sondern eine leere Tüte Chips. Direkt neben ihm zieht Kulturbürgermeisterin Julia Lehner eine leere Plastikverpackung aus dem Wasser. Auch wenn das Wasser hier nur sachte in drei blauen Regentonnen schwappt, die Botschaft ist klar: Die Weltmeere leiden unter den Bergen an Plastikabfällen, die sich dort sammeln. "Plastik und Meer" ist eine der neuen Stationen auf dem Nürnberger Erfahrungsfeld zur Entfaltung der Sinne, an der sich Schülergruppen und Familien 2021 ausprobieren können.

"Es ist unglaublich wichtig, dass die spielerische Atmosphäre erhalten bleibt", betont Claus Haupt, Leiter des Erfahrungsfelds. Kein trockener Unterricht, sondern aktives Ausprobieren, Anfassen und Erleben für die Schülergruppen und Familien, die bis zum 12. September hierherkommen. Um zwei große Themen geht es dabei, einerseits die Auseinandersetzung mit sich selbst und den eigenen Sinnen wie Hören und Fühlen, andererseits aber auch um die Auseinandersetzung des Menschen mit seiner Umwelt.


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Und so dreht sich unter dem Motto "analog und draußen" alles rund ums Wasser. Vom Duschduell bis zum Wasserstrudel ist seit der Eröffnung vor einer Woche alles dabei. "Ich bin froh, dass es wieder patschnasse Kinder ohne Ersatzkleidung und Eltern, die sich an den Stelzen blamieren, gibt", lacht Annekathrin Fries, die neue Leiterin des Amtes für Kultur und Freizeit.

Normalerweise werden an der Wöhrder Wiese weit über 100 Stationen aufgebaut, mit großen Zelten und Platz für Hunderte kleine und große Kinder. Die Corona-Pandemie zwang aber auch das Team vom Erfahrungsfeld umzudenken: "Dieses Jahr war der Plan, klein anzufangen und dann später nachlegen zu können", erklärt Haupt.

Erfahrungsfeld in klein

Etwa 40 Stationen gibt es in diesem Jahr, auch wird nur ein Bruchteil der sonst üblichen Besucherzahl von mehr als 70.000 auf das Gelände kommen können. Dafür gibt es nun aber ein kleines mobiles Erfahrungsfeld, mit dem das Team in die verschiedenen Stadtteile fährt, um das Angebot dennoch möglichst vielen zugänglich zu machen.

Auch Bürgermeisterin Lehner ist froh, dass es das traditionsreiche und niedrigschwellige Erlebnisangebot wieder gibt - und dass es dieses Jahr noch ein Stück mehr Inklusion erlaubt, insbesondere durch die neue Rolli-Schaukel. Gemeinsam mit den Sponsoren der Umweltbank, der N-Ergie und des Fördervereins lässt sie sich bei einem Rundgang die neuen Angebote zeigen.

Alles ums Wasser

An der virtuellen Wassertafel darf jeder mitraten, wie viel Wasser für die Produktion von Handys, Essen oder Kleidung verbraucht wird. Direkt daneben können sich Kinder und Eltern spielerisch mit dem täglichen Wasserverbrauch befassen. "Wir haben alle erkannt, dass es nicht unbedingt an Wissen mangelt, sondern an der Beziehung des Menschen mit seiner Umwelt", meint Claus Haupt. Mit dem Erfahrungsfeld hofft er, ein wenig zum besseren Verständnis beizutragen.​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​​