Der Wahlabend im Presseclub

Ergebnisparade: In Nürnberg hat die CSU die Nase vorn

Ressort: Lokales Online..Datum: 18.10.16..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Kreatives Frühstück, Porträt Wolfgang Heilig-Achneck, Mitarbeiterportrait
Wolfgang Heilig-Achneck

Lokalredaktion

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26.9.2021, 22:28 Uhr
Im Nürnberger Presseclub verfolgen Kandidatinnen und Kandidaten und weitere Vertreter von Parteien mit Journalisten die Bekanntgabe von Auszählungsergebnissen. Vorne links Wahlamtsleiter Wolf Schäfer in Aktion.

Im Nürnberger Presseclub verfolgen Kandidatinnen und Kandidaten und weitere Vertreter von Parteien mit Journalisten die Bekanntgabe von Auszählungsergebnissen. Vorne links Wahlamtsleiter Wolf Schäfer in Aktion. © NNZ

Die CSU muss auch in der Heimatstadt von Ministerpräsident Markus Söder einige Einbußen verkraften, behauptet sich aber als stärkste Kraft: Nach Auszählung nahezu aller 625 Wahlbezirke – also bei Redaktionsschluss – überflügelte sie mit 26,4 Prozent der Wählerstimmen die SPD noch um knapp fünf Punkte.

Die Grünen bleiben den Sozialdemokraten mit 19,3 Prozent dicht auf den Fersen; im Laufe der Auszählung hatten sie kontinuierlich zugelegt – offenbar auch dank der Briefwähler, unter denen sie einen höheren Anteil für sich gewinnen konnten als bei den Urnenwählern. Mit einer gewissen Erleichterung stellten Vertreter der demokratischen Mitte fest, dass die AfD mit 7,9 Prozent doch hinter den Liberalen (9,5 Prozent) zurückblieb. Das schien im Laufe des Abends keineswegs sicher.

Bei den Erststimmen schenkte eine jeweils deutliche Mehrheit ihr Vertrauen den beiden CSU-Kandidaten Sebastian Brehm (Nürnberg-Nord) und Michael Frieser (Nürnberg-Süd mit Schwabach). Damit verfehlten die Herausforderer von SPD und Bündnisgrünen ihr Ziel, in Nürnberg wenigstens ein Direktmandat zu erobern. Nicht wenige Beobachter hatten das vor allem Tessa Ganserer von den Grünen im Nürnberger Norden zugetraut.

Ganserer überflügelt Heinrich

Allerdings kletterte ihr Stimmenanteil im Laufe der Auszählung noch über die 20-Prozent-Marke, am Ende überflügelte sie sogar Gabriela Heinrich. Wobei schließlich beide über die Landeslisten ein Mandat im Bundestag erhalten. „Insgesamt wird Nürnberg im Parlament so stark vertreten sein wie noch nie, das ist aus kommunalpolitischer Sicht sehr erfreulich“, merkte Oberbürgermeister Marcus König an.

Alles in allem kam es in Nürnberg zu keiner wesentlichen Kräfteverschiebung im Vergleich zur Bundestagswahl vor vier Jahren. Am auffälligsten sind noch die Gewinne der Grünen um rund sieben Prozentpunkte und der Verlust von rund drei Punkten für die AfD. Bemerkenswert bleibt zudem die – wie auch bundesweit – gelungene Aufholjagd der SPD, zumindest bezogen auf das Umfragetief noch vor einem Jahr. „Da lagen wir noch 20 Prozentpunkte hinter der Union, jetzt sollte es schon für eine Regierung mit Olaf Scholz reichen“, so der SPD-Fraktionschef im Rathaus, Thorsten Brehm im Nürnberger Presseclub.

Dort hatte das Wahlamt mit seinem Leiter Wolf Schäfer und Michael Ruf vom Stab Stadtentwicklung sowie einigen Mitarbeitern schon traditionsgemäß eine Art Außenstelle eingerichtet, um jeweils topaktuelle Auszählungsergebnisse zu präsentieren. Anders als früher blieben - coronabedingt - interessierte Bürger allerdings ausgeschlossen.

Höfles lieferte am schnellsten

Das allererste handfeste Ergebnis war um 18.24 Uhr aus dem Stimmbezirk Höfles eingegangen. Dort holte die CSU – wie traditionell im Knoblauchsland – satte 42 Prozent. Einen Kontrapunkt setzte etwas später beispielsweise der Stimmbezirk Hintere Bleiweißstraße, wo die Bündnisgrünen mit 26,7 Prozent den Spitzenplatz erreichten.

Ungewöhnlich war freilich der hohe Anteil an Briefwählern, der sich schon in den Wochen vor der Wahl abgezeichnet hatte. Genau 152.350 Wählerinnen und Wähler hatten einen entsprechenden Antrag gestellt, rund 140.000 schickten die Wahlbriefe zurück. „Der Anteil übertrifft die Quote bei früheren Wahlen, stellt Schäfer fest. Insgesamt rechnet Wahlamtsleiter Schäfer – ausgehend von Erhebungen bei repräsentativ ausgewählten Urnenwahlbezirken – mit einer Wahlbeteiligung von 77,1 Prozent. Das entspricht einer Steigerung um 3,4 Prozentpunkte gegenüber 2017. Möglicherweise hat dazu auch die AfD beigetragen, sofern sie frühere Nichtwähler zur Stimmabgabe bewegen konnte.

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