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Erste Aqua-Kita geht in Mögeldorf an den Start

Eröffnung der Vorzeige-Einrichtung im Januar geplant - 22.11.2014 08:59 Uhr

Knallgelb – die Fassade der Kindertagesstätte macht gute Laune. Im Januar soll alles fertig sein. © Horst Linke


Wenige Wochen vor der Eröffnung herrscht noch emsiges Treiben auf der Baustelle. Die letzten Deckenplatten werden angeliefert und montiert, Böden verlegt, Kabel verspachtelt und Wände gestrichen. Auch das Schwimmbecken ist noch eher ein Trockendock. Bis die ersten Kinder hier planschen, gibt es noch einiges zu tun.

Noch leer – Jens Fischer von der Aqua-Kita GmbH (li.) und Nico Triebner vom Förderverein der Grimm-Schule stehen im Becken. © Horst Linke


„Wir liegen aber gut im Zeitplan, am 7. Januar startet der Betrieb mit rund einem Drittel der Kinder“, erklärt Jens Fischer, Geschäftsführer der gemeinnützigen Aqua-Kita GmbH, die das sechs Millionen Euro teure Projekt realisiert.

Neun Jahre geplant

Mehr als neun Jahre Planungsphase lagen hinter Jens Fischer und seinem Team, als im Februar dieses Jahres der Grundstein für die Aqua-Kita gelegt wurde. Wie berichtet, entstammt die Idee dazu aus den Reihen des Fördervereins der Gebrüder-Grimm-Schule in Erlenstegen, dessen Vorsitzender Jens Fischer zu dieser Zeit war. Die schon damals angespannte Betreuungssituation ließ unter einigen Eltern den Gedanken reifen, selbst eine Kita zu realisieren.

Weil Fischers Frau eine kleine Schwimmschule betreibt und Erfahrung mit Aqua-Pädagogik hat, entschied man sich, darauf den konzeptionellen Schwerpunkt zu legen. Ein Novum in der deutschen Kita-Landschaft, was in Fachkreisen auf große Resonanz stößt.

„Wir bekommen viele Anfragen von Pädagogen oder Fachzeitschriften, die sich sehr dafür interessieren, wie wir dieses Konzept umsetzen“, berichtet Nico Triebner vom Förderverein.

Wegen Anwohnerprotesten konnte das Projekt nicht wie geplant in Erlenstegen umgesetzt werden, ein Ersatzstandort fand sich in der Nähe der Theodor-Billroth-Schule auf einem ehemaligen Kleingartengelände.

Von der Laufamholzstraße aus sieht man nur einen Teil der strahlend gelben Fassade, eine hohe Sicht- und Lärmschutzwand umgibt das Außengelände. Hier sind schon Sandkästen und eine kleine Bobbycar-Bahn zu erkennen.

Aus großen Natursteinquadern entstand zur Schwimmhalle im Untergeschoss hin eine großzügige Kletter- und Sitzlandschaft. Im Innern stehen rund 2000 Quadratmeter Nutzfläche zur Verfügung. Insgesamt können 40 Krippen-, 50 Kindergarten- und 50 Hortkinder betreut werden.

Die Schulkinder teilen sich das Obergeschoss mit der SOKE (Dachorganisation der selbstorganisierten Kindertageseinrichtungen in Nürnberg), die hier neue Büroräume bezieht. Ebenfalls auf diesem Stockwerk untergebracht ist die große Produktionsküche.

Schön grün — die Regale im Flur der Aqua-Kita. © Horst Linke


In dieser sorgt künftig der hauseigene Koch für die Verpflegung der Kinder. Zusätzlich soll die Mittagsbetreuung der Gebrüder-Grimm- und der Theodor-Billroth-Schule von hier aus mit Essen versorgt werden.

„Ich bin ein Freund von Synergieeffekten und Lösungen, die Dinge tragbar machen“, sagt Jens Fischer. Eine eigene Küche lohne sich, wenn mehr Mahlzeiten, als im Haus selbst benötigt, produziert werden.

Auch dass es in der Kita eine eigene Hausmeisterwohnung gibt, ist heutzutage ungewöhnlich. „Es macht aber Sinn, weil wir durch das Schwimmbad erhöhten Bedarf an technischer Betreuung haben“, erklärt Fischer.

Das Prinzip der Synergien zieht sich durch das ganze Haus. Im Erdgeschoss, wo Krippe und Kindergarten unterkommen, gibt es einen Ort für Familien, der individuell genutzt werden kann, etwa als Treffpunkt des Elternbeirats oder für Feste. Damit durch das Schwimmbad die Elternbeiträge nicht höher sind als in anderen Einrichtungen, setzt der Träger auf die Vermietung des Bades.

Viele Kooperationen

Es gibt eine Kooperation mit dem Postsportverein, die AOK will Aqua-Fitnesskurse anbieten. „Dadurch können wir die Betriebskosten des Bads decken“, erklärt Fischer.

Das Interesse an Betreuungsplätzen sei groß, es gebe aber auch Skepsis, weil sich viele wenig unter Aqua-Pädagogik vorstellen können. Dabei geht es nicht primär um das Schwimmenlernen, vielmehr darum, dass die Kinder frühzeitig Wassererfahrungen sammeln und spielerisch Koordination und motorische Fähigkeiten entwickeln. „Körperbewusstsein ist die Wurzel für Selbstbewusstsein“, so die Philosophie.

Informationen unter www.aqua-kita.de

MANUELA PRILL E-Mail

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