Es ist Zeit für ein Fest im Wespennest!

10.5.2012, 18:48 Uhr
Barcher Roman Horka (links) und Inhaber Christian Wagner (Mitte) haben Grund zur Freude: Das

Barcher Roman Horka (links) und Inhaber Christian Wagner (Mitte) haben Grund zur Freude: Das "Zeit und Raum" feiert sein zehnjäriges Bestehen. © Michael Matejka

Da gibt es zum Beispiel rustikale Bereiche mit viel Holz oder eine Ecke mit marokkanischem Flair, und dann natürlich noch die Rote Bar. Nürnbergs wohl einzige Bar mit „Konzeptmüll“ am Boden, so der schöne Fachterminus der Betriebsleiterin Anja Grunert: Überall liegen Erdnussschalen herum, und zwar gut verteilt. Ist das Kunst oder kann das weg? Das ist Lebenskunst, so sieht es auf dem Boden vieler spanischer Bars aus.

Die meisten Gäste lockt aber weniger das Knirschen unter den Füßen, sondern die Klänge aus den Boxen – und die Cocktails und Longdrinks, mit denen sich Barchef Roman Horka einen hervorragenden Ruf herbeigemixt hat. Bei der morgigen Zehn-Jahres-Feier wird er dann vor allem Crémant-Flaschen köpfen.

Der Barbereich darf übrigens erst ab 21 Jahren betreten werden. „Das gab in den ersten Jahren viele Diskussionen“, erinnert sich Anja Grunert. „Aber wir sind dabei geblieben. Und wir haben das ohne Türsteher durchgesetzt!“ Überhaupt kommt es nur etwa dreimal pro Jahr zu Situationen, in denen man „jemanden dringend bitten muss, zu gehen. Weil das so selten vorkommt, ist es dann aber auch immer ein großes Ereignis“, sagt sie lachend.

Aus dem benachbarten Cinecittà kommen vor allem Cineasten herüber, die nach dem Film die „Französische Stunde“ mit vergünstigten Spezialitäten und Weinen genießen wollen. Die lärmige Popcorn-Fraktion hingegen feiert anderswo weiter. Und auch die Nähe des Stadtstrandes auf der Insel Schütt hat sich nur positiv ausgewirkt: „Der Strand nimmt uns kaum Leute weg, und wenn er dann dicht macht, kommen viele noch bei uns vorbei“, freut sich Grunert.

Zu den gefragtesten Spezialitäten des Hauses zählt zurzeit der französische Flammkuchen sowie der Longdrink „Dark and Stormy“ mit Rum, einem Spritzer Limette und Gingerbier. Und das Erfolgsrezept des Inhabers Christian Wagner lautet wohl: Liebe zum Detail. Permanent wird irgendwo gefeilt und umgebaut – aber immer nur dezente, schrittweise Veränderungen und keine radikalen Brüche.

Das könnte auch erklären, warum etliche Stammgäste seit zehn Jahren immer wieder herkommen – und schon fast zur Familie gehören. „Gestern haben Gäste gezahlt, sind gegangen – und kamen noch mal mit einem Eis für mich zurück“, erzählt eine Bedienung. Das „Zeit und Raum“ ist eben ein Wohlfühl-Café. Und es wurde zur Basis für Christian Wagners Weg zu einem der erfolgreichsten Gastronomen Nürnbergs. Heute gehört ihm noch das , s’ Gärtla, das , der und das Gasthaus Pillhofer.

Mehr Informationen über das Zeit und Raum in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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