Event-Location "Terminal 90" im Nürnberger Airport ist pleite

Sabine Stoll
Sabine Stoll

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13.11.2019, 05:29 Uhr
Feiern nach der Arbeit? Die

Feiern nach der Arbeit? Die "After-Work-Partys" im "Terminal 90" im Flughafen-Gebäude waren oft gut besucht. © Eduard Weigert

Am kommenden Freitag findet die große "Schlagernacht" statt, dienstags treffen sich Salsa-Freunde zum Tanzen und am Donnerstag ist "After-Work-Party". Der Veranstaltungskalender des "Terminal 90" im Flughafengebäude ist nach wie vor prall gefüllt. Doch die Zukunft der großen Gastronomie- und Event-Location am Nürnberger Flughafen steht in den Sternen. Die "Eat & Fly Airport Gastronomie GmbH" ist pleite und hat Insolvenz angemeldet.

Modern, schick und stylisch – mit diesen drei Worten hat der damalige Flughafengeschäftsführer Karl-Heinz Krüger den neuen Gastronomiebetrieb im Sommer 2011 eröffnet. Der damalige Wirtschaftsreferent und heutige Messe-Chef Roland Fleck war bei der Einweihung davon überzeugt, dass das Konzept aus Gastronomie und Party von Geschäftsführer Ioannis Vogiatzis gut beim Publikum ankommen werde. Jahrelang ging diese Rechnung offenbar auch auf. Doch nun musste der Geschäftsführer einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren stellen.

Seit 28. Oktober läuft das vorläufige Insolvenzverfahren beim Nürnberger Amtsgericht. Betroffen davon sind auch der Flughafen und eine Brauerei. Denn die Flughafen Nürnberg GmbH hat den Gastro-Bereich an die Neumarkter Lammsbräu verpachtet und diese wiederum hat als Unterpächter die "Eat & Fly Airport Gastronomie GmbH" mit dem Betrieb betraut. Von der Brauerei ist am Dienstag allerdings nur ein dürres Statement zu bekommen. "Jetzt ist der Insolvenzverwalter am Zug. Dann kann man sehen, wie es weitergeht", teilt ein Sprecher mit.

80 Mitarbeiter betroffen

Bis Ende des Jahres werde der Betrieb "völlig uneingeschränkt" weitergehen, sagt Insolvenzverwalter Stefan Waldherr auf Anfrage. Alle Veranstaltungen, Partys oder Weihnachtsfeiern sollen wie geplant stattfinden. Bis dahin seien auch die Löhne und Gehälter für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sicher, fährt der Nürnberger Rechtsanwalt fort. Von der Insolvenz sind rund 80 Mitarbeiter des "Terminal 90" betroffen, ein Teil von ihnen ist in Teilzeit beschäftigt oder geht einer geringfügigen Beschäftigung nach.

Die Veranstaltungen im "Terminal 90" laufen gut, heißt es. Ein Problem sei eher der klassische Gastro-Betrieb, so Insider weiter. Dem Vernehmen nach machten der "Eat & Fly Airport Gastronomie GmbH" auch die bis vor Kurzem angeblich durch den Flughafen vorgeschriebenen Öffnungszeiten zu schaffen. Schon ab morgens offen zu haben und Personal vorhalten zu müssen, obwohl erst abends Geld verdient werde, habe es dem Pächter schwer gemacht, wird kolportiert. Auch die jahrelang sinkenden Fluggastzahlen hätten die Sache nicht leichter gemacht. Flughafen-Sprecher Christian Albrecht sagt dazu, dass die Öffnungszeiten immer einvernehmlich gewesen seien.

Neues Konzept?

Die Veranstaltungen hätten sich "nicht totgelaufen", heißt es auch von anderer Seite. Aber das Konzept müsse wohl überarbeitet werden. "Meine Mandantschaft ist auch weiterhin interessiert", meint Rechtsanwalt Hans Müller aus Wiesentheid, der den Geschäftsführer der "Eat & Fly Airport Gastronomie GmbH" vertritt. "Es müssten sich allerdings die Rahmenbedingungen ändern."

 

Kommende Woche finden weitere Gespräche statt. Gut möglich, dass das "Terminal 90" im neuen Jahr unter neuer Flagge weiterbetrieben wird. Insolvenzverwalter Waldherr ist zuversichtlich, "dass wir eine Lösung finden, die in die Zukunft führt."

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