Mehr als 300 Aussteller erwartet

Fachmesse Hoga: Gastronomen und Hoteliers wollen wieder durchstarten

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

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7.10.2021, 21:13 Uhr
So soll es nach dem Wunsch der Aussteller aussehen: Die Gäste können endlich wieder das Leben genießen und entspannt in einem Restaurant essen.

So soll es nach dem Wunsch der Aussteller aussehen: Die Gäste können endlich wieder das Leben genießen und entspannt in einem Restaurant essen. © Foto: Philipp von Ditfurth/dpa

Der Personalmangel stellte Hoteliers und Gastronomen schon vor Corona vor große Probleme. Die Pandemie hat die angespannte Situation in den vergangenen eineinhalb Jahren weiter verschärft. Folgerichtig also, dass die drängenden Themen "Karriere und Personal" bei der Gastgebermesse Hoga in Nürnberg eine zentrale Rolle spielen.

Rund 300 Aussteller werden sich vom 17. bis 19. Oktober in zwei Hallen auf dem Nürnberger Messegelände präsentieren. Im Fokus stehen aktuelle Fragen der Branche, Lebensmitteltrends, praktische und technische Lösungen für den Arbeitsalltag sowie innovative Ideen und Konzepte für ein modernes Gastgewerbe.

Fachkräfte aus ganz Europa

Der European Job Day (EOJD) am Montag, 18. Oktober, soll dazu beitragen, Fachkräfte aus ganz Europa an Hoteliers und Gastronomen in Bayern zu vermitteln. Diese können mit den potenziellen Bewerberinnen und Bewerbern persönlich und online in Kontakt treten und ihr Unternehmen auf der EOJD-Website präsentieren. Darüber hinaus gibt es Hilfestellungen und Vermittlungsangebote rund um die Aus- und Weiterbildung.

Die Hoga findet seit 1950 alle zwei Jahre, normalerweise im Januar, statt. Diesmal mussten die Veranstalter in den Herbst ausweichen, wenn die Saison eigentlich schon vorbei ist. Henning und Thilo Könicke, die Geschäftsführer der Afag Messen und Ausstellungen GmbH, lassen sich die Stimmung aber nicht verderben. Ganz im Gegenteil: Wie die gesamte Branche sind sie heiß darauf, nach den so schwierigen Monaten mit sich pausenlos ändernden Corona-Vorgaben wieder richtig durchstarten zu können, und nehmen direkt das so wichtige Weihnachtsgeschäft in den Blick.


Gastro-Messe Hoga: Wie die Branche um Nachwuchs kämpft


Auch Thomas Förster, Erster Vizepräsident des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), ist froh, "endlich wieder Präsenz-messen feiern zu können", wie er es nennt. Nicht nur seine Worte zeigen, wie wichtig gerade im Gastgewerbe der persönliche Kontakt ist.

Sie holten sich jeweils den zweiten Platz beim Hoga-Start-up-Wettbewerb: Andreas Will von „baeren.io“ (vorne links) und Johannes Stiegeler von „ReCup“ (vorne rechts). Im Hintergrund (v.l.) die Juroren Thomas Förster, Silke Popp und Frank-Ulrich John.

Sie holten sich jeweils den zweiten Platz beim Hoga-Start-up-Wettbewerb: Andreas Will von „baeren.io“ (vorne links) und Johannes Stiegeler von „ReCup“ (vorne rechts). Im Hintergrund (v.l.) die Juroren Thomas Förster, Silke Popp und Frank-Ulrich John. © Foto: Michael Matejka

Das unterstreicht auch Tom Schweiger, für den Kaffee stets Genuss bedeutet – und nicht ein Mittel zum Zweck ist, um am Morgen schneller wach zu werden. "Die Rösterei" zählt zu den Dauerbrennern auf der Hoga. Die SCA Special Coffee Association bringt nationale und internationale Champions aus verschiedenen Kaffee-Disziplinen auf die Hoga. Dort zeigen sie, was sie draufhaben, geben wertvolle Tipps und dürfen auch verköstigen.

Das Themenspektrum der Messe, die die Gastfreundschaft in den Mittelpunkt stellen will, ist wie gewohnt breit. Vegetarische und vegane Angebote bilden ebenso einen Schwerpunkt wie der Bereich "Meat & Fire". Fleischkonsum ist längst eine politische Frage geworden. Die Gastronomie überdenkt Haltungsformen, entdeckt neue Veredelungen und weitet die Zubereitungsarten aus.

Pizza-Profis unter sich

Wer einen spannenden Wettstreit erleben möchte, ist bei der Pizzabäcker-Meisterschaft richtig. Während am 17. Oktober erstmals Hobby-Pizzabäcker einen Wettbewerb austragen, messen sich einen Tag später die besten Pizza-Profis aus ganze Deutschland, um den Morello-Cup zu gewinnen.

Bereits zum zweiten Mal rief die Hoga zu einem Start-up-Wettbewerb auf. Frank-Ulrich John, Chefredakteur der Gastgeber Bayern, zeigte sich begeistert über die 40 Einsendungen, die neben ihm und Thomas Förster auch die Jurorinnen Dagmar Wöhrl ("Die Höhle der Löwen") und Schauspielerin Silke Popp ("Dahoam is Dahoam") bewerten durften.

Start-ups stellen sich vor

Einstimmiger Sieger wurde "Nordic Oceanfruit", das Meeressalate als Kombination aus biozertifizierten, europäischen Meeresalgen, regionalem Gemüse und beliebten Dressings anbietet. Der zweite Platz wurde gleich zweimal vergeben. Das Start-up "baeren.io" erleichtert es etwa Bäckern und Metzgern, die vorgeschriebenen Kühlketten nachzuvollziehen. Dadurch dürfte es Unternehmen enorme Einsparpotenziale aufzeigen.

"ReCup" beziehungsweise "ReBowl" hat sich zum Ziel gesetzt, Einweg überflüssig zu machen. Das Start-up möchte unser Konsumverhalten durch ein Pfandsystem für Coffee-to-go- und Take-away-Mehrwegverpackungen verändern.

Parallel zur Hoga findet am 17. und 18. Oktober erstmals in Nürnberg der Deutsche Hoteltag statt. Hier wird über Wohnformen der Zukunft bis hin zu neuartigen Micro-Hotels aus Seecontainern diskutiert. Im Fokus stehen Nachhaltigkeit und veränderte Raumnutzungsbedürfnisse.

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