Montag, 09.12.2019

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Fall 3: Der Spaziergang von Felix fällt häufig aus

NN-Weihnachtsaktion "Freude für alle" - 12.11.2019 08:59 Uhr

Felix, knapp drei Jahre alt, muss rund um die Uhr betreut und versorgt werden. © Foto: Wolfgang Heilig-Achneck


Diese Erkältung macht alles noch viel schlimmer: Der Schleim läuft dem kleinen Felix aus der Nase und dem Mund, er schnieft und röchelt und scheint um jedes bisschen Luft zu ringen. Mehr und länger als sonst ist er in diesen Tagen auf ein Sauerstoffgerät angewiesen.

Aber auch wenn die Atemwege wieder freier werden, bleibt alles belastend und anstrengend genug – für den knapp dreijährigen Jungen wie für seine Eltern und Geschwister. Durch einen Gendefekt ist das Kind schwerstbehindert; es verbringt den Tag in seinem Rollstuhl und muss, wegen der Gefahr des Verschluckens, über eine Sonde ernährt werden. Und doch wird er angenommen und liebevoll versorgt und gepflegt – und steht meistens buchstäblich im Mittelpunkt des Familienlebens.

Auch räumlich: In der engen Dreizimmerwohnung bot nur das Wohnzimmer genügend Platz für sein Pflegebett. Mangels eigenem Schlafzimmer dient dort das Ausziehsofa den Eltern auch als Bett. Das könnte sich noch rächen, denn beim Aufstehen werden beide Tag für Tag von Rückenschmerzen geplagt.

Fehlender Aufzug macht Probleme

Die Küche misst gerade mal zehn Quadratmeter, im Bad können sich die Eltern mit Felix auf dem Arm kaum umdrehen, eine Heizung fehlt auch. Neben der Platznot macht vor allem aber das Fehlen eines Aufzugs in dem Altbau den Eltern zu schaffen. Für jede Fahrt, jeden Spaziergang muss nicht nur der Junge, sondern auch einiges an Ausrüstung mehrere Stockwerke hinab- und wieder hinaufgeschleppt werden. Und weil das immer anstrengender wird, fällt zum Beispiel die eigentlich sinnvolle Runde an der frischen Luft durch die nächste Grünanlage immer wieder mal flach.

Auf der Suche nach Pflegedienst

Packt nicht wenigstens ab und zu ein Pflegedienst mit an, um die Eltern zu entlasten? Die Pflegekasse hat den Einsatz einer Fachkraft längst bewilligt, zumal der Junge in Pflegegrad 5 eingestuft ist. "Aber wir haben bisher noch keinen Dienst finden können, der zu uns kommen würde", bedauert die Mutter.

Ein Anbieter wäre bereit gewesen, aber zu einem höheren Stundenlohn als in der Branche sonst üblich – und das können sich Felix‘ Eltern nicht leisten. Ein Zweiter winkte ab, weil die Familie der Pflegekraft in ihrem beengten Zuhause über kein ruhiges Eck verfügt, in dem diese auch mal Pause machen oder sich in der Nachtschicht selbst mal hinlegen könnte.

Aber nicht mal mit tatkräftiger Unterstützung einer Sozialpädagogin ist es der Familie bisher gelungen, eine angemessen große, barrierefreie Wohnung zu finden.

Die Spendenkonten von "Freude für alle":

Die "Freude für alle"- Konten : Sparkasse Nürnberg: DE63 7605 0101 0001 1011 11; Sparkasse Fürth: DE96 7625 0000 0000 2777 72; Sparkasse Erlangen: DE28 7635 0000 0000 0639 99; Postbank Nürnberg: DE83 7601 0085 0400 0948 54.

Barspenden sind in den Geschäftsstellen der Zeitung in Nürnberg (Mauthalle), Fürth und Erlangen möglich.

WOLFGANG HEILIG-ACHNECK

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