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Fall Peggy: 80 neue Hinweise nach "Aktenzeichen XY"

Zeugen meldeten sich auch zu bewaffnetem Raubüberfall auf Erlanger Busfahrer - 14.07.2016 14:28 Uhr

Ein Pilzsammler fand in einem Waldstück bei Wurzbach (Saale-Orla-Kreis) Anfang Juli 2016 mehrere Knochen, die als Überreste der vermissten Peggy aus Lichtenberg identifiziert wurden.

13.07.2016 © NEWS5 / Fricke


Seit Beginn des Monats gibt es traurige Gewissheit im Fall Peggy: Die 2001 verschwundene Neunjährige ist tot. 15 Kilometer von Peggys Wohnort entfernt wurden Überreste gefunden, die von der vermissten Schülerin stammen. Diesen neuen Erkenntnissen widmete die ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY.... ungelöst" nun einen Bericht aus ihrer Rubrik "Update".

Zu Gast im Studio bei Moderator Rudi Cerne war Uwe Ebner, der Leiter der 30-köpfigen Sonderkommission Peggy bei der Kripo Bayreuth. Wie Ebner berichtete, arbeite die Soko derzeit auf Hochtouren und versuche, aus der Nähe des Fundorts zum Wohnort der Verstorbenen Rückschlüsse darauf zu ziehen, was dem Mädchen widerfahren ist. Und wer für ihren Tod möglicherweise verantwortlich ist.

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Der Fall Peggy: Chronologie eines schrecklichen Verbrechens

Vor 17 Jahren verschwindet die neunjährige Schülerin Peggy in Oberfranken spurlos. Als ihr Mörder wird 2004 ein geistig eingeschränkte Nachbar verurteilt. Am 14. Mai 2014 wird der Nachbar wieder freigesprochen. Anfang Juli 2016 nimmt der Fall eine spektakuläre Wende: In einem Waldstück in Thüringen werden Skelettteile von Peggy gefunden. Im September 2018 legt ein 41-Jähriger ein Geständnis ab.


Zur Todesursache konnte er noch nichts Abschließendes sagen. "Diese ist noch Gegenstand der Ermittlungen, es ist zu früh, um Aussagen zu treffen", so der Soko-Leiter.

Große Hoffnungen setzt die Polizei weiterhin in DNA-Spuren. Diese an Peggys Kleidung zu finden und zu identifizieren, sei auch nach 15 Jahren noch möglich. 

Während und nach der Ausstrahlung der Sendung sind annähernd 80 Hinweise eingegangen. Dies teilte der Sender am Donnerstag mit. Davon seien "einige überprüfenswert", sagte Soko-Chef Uwe Ebner. Diese Hinweise werden von den Ermittlern inhaltlich bewertet und bei erkennbaren Zusammenhängen schließen sich weitere Befragungen und Vernehmungen sowie Abgleiche mit bislang vorliegenden Erkenntnissen an.

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Nach Knochenfunden im Wald: Neue Wende im Fall Peggy

Nachdem ein Pilzsammler am Samstag in einem Waldstück im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) Leichenteile gefunden hat, ermittelt nun die Polizei. Da der Fundort nur wenige Kilometer von Peggys Heimatort Lichtenberg (Landkreis Hof) entfernt liegt, untersucht die Polizei eine mögliche Verbindung zum Fall der vermissten Peggy.


Die Polizei bittet weiterhin um Hinweise aus der Bevölkerung rund um den Fundort im Dreiländereck in dem Waldstück zwischen Rodacherbrunn in Thüringen und Nordhalben in Oberfranken.

Die wichtigsten Fragen der Ermittler:

Wer hat rund um den Fundort auffällige Personen oder Fahrzeuge gesehen?

Wer kennt Personen mit örtlichen Bezügen?

Wer hat sich in den Waldgebiet aufgehalten oder dort Waldarbeiten durchgeführt?

Hinweise nimmt die Polizei Bayreuth unter Telefon 0921/5061414 entgegen. "Jeder Hinweis ist wichtig", betonte der Leiter der Sonderkommission.

Überfall auf Linie 294

Die Kriminalpolizei Erlangen stellte außerdem einen Fall aus dem vergangenen Herbst vor. Am 8. Oktober 2015 um 23.40 Uhr wurde der 47-jährige Busfahrer der Erlanger Linie 294 an der Haltestelle Kunigundenkirche in Eltersdorf überfallen.

Der Täter soll den Fahrer mit einem Messer bedroht, ihm seine Dose mit dem Wechselgeld aus der Hand gerissen und ihm dann eine Stichverletzung im Bauchraum zugefügt haben. Daraufhin flüchtete der Bewaffenete aus dem Bus, der Fahrer rief die Zentrale zur Hilfe. Der 47-Jährige wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht.

Die Redaktion der ZDF-Sendung stellte den Tatverlauf mit Schauspielern und mithilfe von Hinweisen nach. Aufmerksamen Zuschauern dürfte allerdings nicht entgangen sein, dass nicht an Originalschauplätzen gedreht wurde.

Im Zusammenhang mit dem Raubüberfall auf den Busfahrer in Erlangen fahndet die Polizei nach diesem Mann.

27.11.2015 © Polizei


In der Sendung wurde ein Phantombild des Täters gezeigt und auf seine auffällige rote Jacke verwiesen. Und genau diese Kombination ist tatsächlich einem Zuschauer der Sendung aufgefallen. Wie das ZDF auf seiner Teletext-Seite schreibt, soll ein Mann, auf den die Beschreibung passt, regelmäßig Gast in einem Erlanger Lokal gewesen haben. Es scheint sogar noch weitere Zeugen zu geben. Auch zu der Tasche, die der Täter dabei hatte, gab es Anrufe.

Täter flüchtete zur A73

Der Täter soll ca. 25 Jahre alt, 1,70 Meter groß, schlank und dunkelhaarig mit kurzen Haaren und dunklem Teint sein. Er sprach Englisch, trug eine rote Jacke und eine blaue Umhängetasche mit einem dunklen Riemen. Mithilfe eines Spürhundes wurde sein Fluchtweg rekonstruiert. Ab der Haltestelle Kunigundenkirche lief er dem bisherigen Erkenntnisstand nach durch einen nahe gelegenen Park und ein Wohngebiet bis zur A73. Entlang der Böschung der Autobahn verlor sich die Spur des mutmaßlichen Täters.

In der Sendung wurde ein Phantombild des Täters gezeigt und auf seine auffällige rote Jacke verwiesen. Und genau diese Kombination ist tatsächlich einem Zuschauer der Sendung aufgefallen. Wie das ZDF auf seiner Teletext-Seite schreibt, soll ein Mann, auf den die Beschreibung passt, regelmäßig Gast in einem Erlanger Lokal gewesen haben. Es scheint sogar noch weitere Zeugen zu geben. Auch zu der Tasche, die der Täter dabei hatte, gab es Anrufe.

 

Die Kripo Erlangen bittet um Hinweise aus der Bevölkerung unter 09131/760450. Auch Mitbürger, die den Verdächtigen möglicherweise in der Innenstadt gesehen haben, werden um Hilfe gebeten.

 

Gesucht wird außerdem nach der Tatwaffe, einem spitzen Messer mit grünem Plastikgriff, an dessen 16 bis 17 Zentimeter langer Schneide ein Metallspahn abgeblättert ist.

 

Yvonne Neckermann / dpa

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