Mittwoch, 11.12.2019

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Felsen an der Artelshöfer Wacht sind gesichert

Schutznetze schützen vor Steinschlag - 15.12.2013 16:18 Uhr

Ein Kletterer einer österreichischen Spezialfirma arbeitet sich am Felsen vor. © S. Fuchs


Bekanntlich haben geotechnische Untersuchungen vergangenen Sommer ergeben, dass für die talseitig am Falkenberg gelegene Straße und die Wohnbebauung erhebliche Steinschlag-, Blockschlag- und Felssturzrisiken bestünden. Der Vorraer Gemeinderat beschloss deshalb zur Beseitigung dieser Gefährdung eine baldige, aber auch langfristige und dauerhafte Sicherungsmaßnahme - Kosten für den ersten Bauabschnitt: 63.000 Euro.

Seit knapp zwei Wochen bohrten nun Spezialisten der Firma Hoch-Tief-Bau IMST aus dem österreichischen Kufstein-Endach in aufwendiger Kletterarbeit bis zu 70 Löcher in mehrere Felsen an der Artelshöfer Wacht. In die einzelnen Bohrungen kamen vier Meter lange und 32 Millimeter starke verzinkte Stahldübel (Felsnägel und Spiral seil anker), die mit einem Ankermörtel ausgefüllt und dadurch zusätzlich korrosionsgeschützt wurden.

Danach wurde der weithin sichtbare und etwas vorspringende "Hauptblock" im Ausmaß von 5 mal 2,5 mal 2 Meter durch eine sogenannte Übernetzung gesichert, wobei diese an den Felsankern - etwa 20 an der Zahl - "kraftschlüssig" am standfesten Felsmassiv befestigt wurde. Die Größe des Steinschlagschutznetzes beträgt rund 150 Quadratmeter.

Ein weiterer im Wald versteckter und nordwestlich der Wacht gelegener Felsenturm wurde durch ebenfalls korrosionsgeschützte, 20 Millimeter starke Spannseil-Umgurtungen, befestigt mit Felsverankerungen, gesichert. Und zur Sicherung weiterer vier großer Einzelblöcke wurden nochmals rund 20 Felsnägel angebracht.

Für die jeweils vier Meter langen Dübel und Nägel mussten die klet ter erfahrenen Fachkräfte die Löcher zum größten Teil im Seil hängend bohren. Erfahrungen mit dem mitunter recht porösen Dolomit-Gestein und unvorhersehbaren Verkarstungen (Hohlräume) in der Hersbrucker Schweiz hat die Firma schon seit Jahren gesammelt, etwa an der Staatsstraße bei Lungsdorf, am Bahnhof Rupprechtstegen und jüngst beim Felssturz in Neuhaus.

Gefragt, wie lange dieses Material und die Konstruktionen halten würden, meinte einer der jungen österreichischen Facharbeiter leicht schmunzelnd: "Die Verankerungen werden uns beide bei weitem überleben" wobei er seinen 25-jährigen Kollegen daneben meinte.

Siegfried Fuchs

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