Zweigstelle des Deutschen Museums

Festakt mit Söder: Nürnberger Zukunftsmuseum endlich eröffnet

17.9.2021, 13:51 Uhr
Das Deutsche Museum in Nürnberg wurde unter anderem im Beisein von Markus Söder eröffnet. 

Das Deutsche Museum in Nürnberg wurde unter anderem im Beisein von Markus Söder eröffnet.  © Daniel Karmann, dpa

"To boldly go where no man has gone before" - Mutig dorthin zu gehen, wo noch kein Mensch zuvor gewesen ist: Dieser Satz von Captain James T. Kirk aus der Science-Fiction-Serie Star Trek beschreibt wohl am besten das, wofür das neue Zukunftsmuseum in Nürnberg steht. Wie wir in einigen Jahrzehnten leben werden, wie Technik, Medizin und Mobilität unser Leben verändern werden - diesen Fragen können Besucherinnen und Besucher nach coronabedingter Verzögerung ab sofort endlich selbst auf den Grund gehen. Am Freitag wurde die Zweigstelle des Deutschen Museums im Augustinerhof feierlich eröffnet - mit 300 geladenen Gästen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft.

Etwas Vergleichbares wie das Zukunftsmuseum kenne er nicht, sagte der Generaldirektor des Deutschen Museums, Prof. Wolfgang M. Heckl, in seiner Eingangsrede. Die erste Dependance des Deutschen Museums in Franken richte den Blick "in eine andere Richtung der Zeitachse. Hier werden Exponate ausgestellt, die man von einem Museum sonst nicht erwartet - nämlich Zukunft und sogar Utopie", sagte Heckl. Über 100 Kooperationspartner haben in den vergangenen Jahren unermüdlich daran gearbeitet, die Zukunft erlebbar zu machen, "und das ist uns zweifelsohne gelungen", so Heckl.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) kam ebenfalls zu Besuch in seine Heimatstadt und zeigte sich "als Nürnberger total stolz" über die Eröffnung des Museums, dessen Ursprungsidee er laut eigener Aussage vor vielen Jahren hatte. "Es ist für Nürnberg ein riesen Schritt nach vorne und ein Tor zur Zukunft", sagte er und verwies auf das anfangs genannte Star Trek-Zitat. Den Besucherinnen und Besuchern ein optimistisches Bild der Zukunft zu zeigen, dieses Bild könne hier vermittelt werden. Söder erhofft sich, dass das Museum vor allem bei jungen Leuten Impulse setzt und die Faszination für Zukunftsfragen weckt.

Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König (CSU) zeigte sich ähnlich begeistert. Für ihn werde mit der Eröffnung des Museums "ein Traum wahr". In drei Jahren sei es gelungen, im Herzen der Stadt ein Museum zu schaffen, von dem eine hohe Anziehungs- und Strahlkraft ausgehe. Die Entscheidung des Freistaats von 2014, das Museum im Augustinerhof zu bauen, "war ein wichtiges Signal für die ganze Stadt und die gesamte Metropolregion", so König.


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Ganz unumstritten ist das neue Museum in der Innenstadt allerdings nicht. Knackpunkt des Streits ist der Mietpreis. Seit Monaten gibt es Diskussionen darüber, ob der Freistaat zu viel an die Alpha-Gruppe des Nürnberger Immobilienentwicklers Gerd Schmelzer zahlt oder nicht. Der Freistaat garantiert ihm für die Museumsdependance Einnahmen von hundert Millionen Euro, gerechnet auf die nächsten 25 Jahre.

Obwohl das Areal laut einem Gutachten innerstädtische Randlage ist, beläuft sich der Quadratmeterpreis auf gut 40 Euro, selbst die Treppen und die Technikräume wurden mitgerechnet. Für die Landtagsopposition ein Skandal, eine weitere Überprüfung am Bayerischen Obersten Rechnungshof (ORH) soll nun weitere Details zu den Umständen und Konditionen der Anmietung für die Zweigstelle klären.

Wissenschaftsminister Bernd Sibler (CSU) verteidigte in seiner Rede den Standort, "zentraler geht es nicht mehr", sagte er. "Das Museum kann man nicht mit anderen Gewerbeflächen vergleichen. Es ist alles dokumentiert und kann eingesehen werden." Markus Söder äußerte sich am Eröffnungstag nicht weiter zu seiner Rolle in der Causa Mietvertrag, er war damals noch bayerischer Finanzminister. "Es ist schade, dass Ministerpräsident Söder es nicht geschafft hat, vor dem Festakt zum Start des Museums den faden Beigeschmack beiseite zu räumen", so die Nürnberger Grünen-Abgeordnete Verena Osgyan.


Was darf das Zukunftsmuseum im Herzen der Stadt kosten?


Ab Samstag dürfen dann auch erstmals Besucherinnen und Besucher in das Museum im Augustinerhof. Das Publikum darf sich neben der Dauerausstellung auf 2900 Quadratmetern zu den fünf Themenbereichen Arbeit und Alltag, Körper und Geist, System Stadt, System Erde und Raum und Zeit auch über ein buntes Rahmenprogramm freuen: So gibt es unter anderem Robotershows, Zukunftseis, Laborversuche rund um Wasserstoff und Radioaktivität sowie eine „Experimental Show“ mit Magic Andy. Die kostenlosen Eintrittskarten für das Eröffnungswochenende waren innerhalb einer halben Stunde vergriffen.

Wer dennoch, zumindest von außen, Museumsluft schnuppern möchte: Sonntagabend nach Schließung findet ab 19.30 Uhr ein Konzert der Reihe „Muse im Museum“ vor dem Eingang im Augustinerhof statt, das kostenfrei besucht werden kann. Es spielt Fabian Scheuerlein, Singer/Songwriter aus Nürnberg.

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