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Mittwoch, 21.08.2019

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Flucht aus Nürnberg: Gefährlicher Straftäter ist gefasst

Mann bedrohte Betreuerin mit Messer und flüchtete mit Stadtmission-Wagen - 23.07.2019 16:13 Uhr

Die mittelfränkische Polizei warnte ausdrücklich davor, den Mann anzusprechen oder gar festzuhalten. Nachdem er eine Betreuerin in einer Unterkunft am Vestnertorgraben bedrohte, gingen die Ermittler davon aus, dass der 54-Jährige ein Messer bei sich trägt.

Mit einem gestohlenen Wagen der Nürnberger Stadtmission floh der Mann aus der Stadt. Bereits am Montagabend habe man den weißen Ford in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofes gefunden, teilt das Präsidium Mittelfranken mit. Von dem rechtskräftig verurteiltem Straftäter fehlte aber zunächst noch jede Spur. 

Am Dienstag änderte sich das. Der Flüchtige versuchte gegen 14 Uhr einer Passantin in der Frankfurter Innenstadt die Handtausche zu rauben - konnte aber durch aufmerksame Passanten gestoppt und der Polizei in der Mainmetropole übergeben werden. "Er konnte zweifelsfrei als der Gesuchte identifiziert werden", heißt es in einer Pressemitteilung.

Unterdessen wurde bekannt, warum der 54-Jährige in einer Einrichtung untergebracht worden war. Im Dezember 2011 hatte er in Fürth seine im Hochbett schlafende Lebensgefährtin erwürgt. Nach der Tat war der Mann tagelang auf der Flucht. Auch damals suchten die Ermittler mit Fotos nach dem Mann und schrieben ihn europaweit zur Fahndung aus. In Bozen in Südtirol ging er der Polizei seinerzeit ins Netz – auch damals beendete ein Handtaschenraub seine Flucht.

Vor der Schwurgerichtskammer des Landgerichts Nürnberg-Fürth wurde dem 54-Jährigen ein Jahr später der Prozess gemacht. Während der Verhandlung im Jahr 2012 konnte er sich nicht an die Tat erinnern – er bestritt sie aber auch nicht. Im Verlauf des Verfahrens wurde bekannt, dass der 54-Jährige psychisch krank ist, wahnhafte Gedanken hegte, sich verfolgt fühlte und an Halluzinationen litt. Deshalb lebte er auch ohne Krankenversicherung, Ausweispapiere und Meldeadresse bei seiner Lebensgefährtin.

Der 54-Jährige wird nun einem Ermittlungsrichter überstellt. Er soll klären, wie es mit dem Mann weitergeht. 


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tl/jule E-Mail

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