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Flüchtlinge in Turnhallen: Nürnberger Eltern sind besorgt

Herausforderung für alle - Referenten der Stadt bitten um Verständnis - 12.09.2015 06:00 Uhr

In der Region werden Flüchtlinge kurzfristig in Schulsporthallen, wie hier in Erlangen in der Europa-Sporthalle, untergebracht. Nürnberger Eltern sorgen sich um mögliche Stundenausfälle. © André De Geare


Reiner Prölß, Referent für Jugend, Familie und Soziales, und Klemens Gsell, Bürgermeister Geschäftsbereich Schule und Sport, bitten die Eltern „um Verständnis in dieser Ausnahmesituation“. Prölß sagte gestern: „Wir verstehen, dass die Eltern besorgt sind, wenn so ein wichtiger Baustein des Unterrichts nun ausfällt, wir bitten die betroffenen Familien aber um Unterstützung für das Verfahren.“ Die Stadtgesellschaft ist nach seinen Worten nun gefordert, zusammenzustehen und schnelle Lösungen zu finden, damit die Menschen nicht auf der Straße stehen. „Wir wissen, dass dies eine große Herausforderung für alle Nürnbergerinnen und Nürnberger darstellt und sind dankbar für die bislang gezeigte Solidarität“, so Prölß.

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Gsell ergänzte: „Wir haben uns nicht gewünscht, Schulturnhallen zur Flüchtlingsunterbringung zu nutzen und versuchen bereits, schnellstmöglich Alternativen zu schaffen, so dass der Sportunterricht wieder aufgenommen werden kann.“

Momentan leben rund 5100 Flüchtlinge in Nürnberg. Rund 3000 davon befinden sich in regulären Gemeinschaftsunterkünften, die andere Hälfte in der vorübergehenden sogenannten Notunterbringung, für die nun auch die ersten Turnhallen genutzt werden. Die Stadt prüfe sämtliche Optionen.

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Wie können Bürger, Firmen und Institutionen den Flüchtlingen helfen? Eine Übersicht einiger Projekte finden Sie hier.

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