Personalmangel zur Hochsaison

Flughafen Nürnberg stellt ausländische Arbeitskräfte ein - Ansturm in den Sommerferien

Volontärin Hicran Songur
Hicran Songur

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9.7.2022, 17:32 Uhr
Vor allem für das Ein- und Ausladen der Koffer aus den Passagierflugzeugen braucht es in der Ferienzeit mehr Arbeitskräfte.

© Alexander Brock, ARC Vor allem für das Ein- und Ausladen der Koffer aus den Passagierflugzeugen braucht es in der Ferienzeit mehr Arbeitskräfte.

"Wir haben den Bedarf angemeldet und würden es begrüßen, für die Verkehrsspitzen unterstützt zu werden", sagt Christian Albrecht, Pressesprecher am Flughafen Nürnberg. Damit es nicht erneut zu einem Verkehrschaos wie in den Pfingstferien kommt, sollen ausländische Arbeitskräfte am Flughafen Nürnberg eingesetzt werden. Der Plan: Ab August und für drei Monate sollen die Saisonarbeiter in Nürnberg arbeiten. Ob das klappt, hänge von den arbeitsrechtlichen Hürden und der Verfügbarkeit des Personals ab.

Das Verfahren zur Einstellung der ausländischen Arbeitskräfte läuft über den Flughafenverband. "Es ist nicht so wie beim Anwerbeabkommen. Die Arbeiter sind Fachkräfte, die zuvor an Flughäfen in der Türkei gearbeitet haben", so Albrecht. Doch nicht nur die Saisonarbeiter sollen das Chaos verhindern: Seit Dezember wurden am Flughafen in Nürnberg über 100 neue Arbeitskräfte eingestellt. "In den nächsten Wochen erwarten wir weitere 50 Kolleginnen und Kollegen."

Kurzfristige Änderungen sorgen für Chaos am Flughafen

Die Zahl der neuen Kolleginnen und Kollegen sei nur unter Vorbehalt zu genießen. Ihnen steht die Zuverlässigkeitsprüfung noch bevor, die vom Luftamt geprüft wird. "Alle Kolleginnen und Kollegen, die mit Zutritt zum Vorfeld arbeiten, müssen die Prüfung bestehen", erklärt Albrecht und warnt: "Einige schaffen es nicht. Wir brauchen nach wie vor Unterstützung in vielen Bereichen."

Die Kräfte aus der Türkei sollen eingesetzt werden, um unplanmäßige Nachkoordinierungen in den Sommerferien abzudecken. Die kurzfristigen und unerwarteten Änderungen in den Pfingstferien seien auch in den bevorstehenden Sommerferien erwartbar. "Eine Fluggesellschaft kommuniziert eine Boeing 737 mit 180 Sitzplätzen. Wenige Tage vor Reiseantritt heißt es, dass ein A330 mit 305 Sitzplätzen kommt", schildert Albrecht. Vorfälle wie diese hätten an Pfingsten regelmäßig stattgefunden. Die Personalplanung musste umgeworfen werden - das Chaos war vorprogrammiert.

Ausländische Arbeitskräfte schaffen schnelle Abhilfe

Die Lust am Reisen sei bei den Gästen vorhanden. "Es müssen neue Kapazitäten aufgebaut werden", ist sich Albrecht sicher. Die ausländischen Arbeitskräfte schaffen eine schnelle Abhilfe. Um ihre Unterkünfte werde sich der Flughafen kümmern. Auch das Image von den billigen Arbeitskräften aus dem Ausland widerlegt Albrecht: Die Bezahlung der Arbeiter sei tariflich geregelt.

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