Montag, 18.11.2019

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Fluglärm am Airport Nürnberg lässt vielen keine Ruhe

Aufgeheizte Stimmung bei der Diskussionsrunde mit dem Chef des Flughafens - 13.03.2019 06:00 Uhr

Gerade wenn im Sommer nachts Flugzeuge vom Nürnberger Albrecht Dürer Airport starten, ist das für die Anwohner im wahrsten Sinne ein Albtraum. Diesen Sommer aber soll die Zahl der Nachtflüge weniger werden. © Foto: Stefan Hippel


Die Stimmung im Saal des Kulturladens Schloss Almoshof ist aufgeheizt. Michael Hupe will vor der Diskussion Zahlen präsentieren, doch er wird unterbrochen. Wann endlich über die Nachtflüge und den Lärm gesprochen werde, möchte ein Besucher vom Geschäfsführer der Flughafen Nürnberg GmbH wissen. Er klingt gereizt.

Knapp 40 Menschen sind der Einladung des Vorstadtvereins Nürnberg-Nord gefolgt, um über Fluglärm zu diskutieren. Jochen Loy, stellvertretender Vorsitzender des Vereins, moderiert — und versucht Michael Hupe in Schutz zu nehmen. Als Geschäftsführer habe der nicht über ein Nachtflugverbot zu entscheiden, sondern die Regierungen von Stadt und Land: "Eigentlich müssten wir mit den Verantwortlichen von dort sprechen."

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Das Publikum, sagt einer, interessiere sich nicht für die Entwicklung des Flughafens, die Hupe als positiv beschreibt, wirtschaftlich stehe man gut da. Das Interesse bestehe an nächtlichem Schlaf, betont der Besucher. Doch Schlafen sei unmöglich, wenn man in den sechs verkehrsreichsten Monate im Sommer nachts das Schlafzimmerfenster öffnen würde. Die Leute bezweifeln, dass ein Wegfall der Nachtflüge den Ruin für das Unternehmen bedeuten würde. Und fragen: "In München gibt es ein Nachtflugverbot, warum nicht in Nürnberg?"

Verbot ausgehebelt

In der ersten Reihe sitzt Klaus Restetzki, Vorsitzender der Fluglärm-Schutzgemeinschaft Nürnberg. Er verweist auf die "Bonusliste" des Bundesministeriums für Verkehr. Dort sind Flugzeuge vermerkt, die vom Start- und Landeverbot zwischen 22 und 6 Uhr ausgenommen sind. Beinahe alle eingesetzten Flugzeugtypen seien dort zu finden, wodurch das Verbot aktiv ausgehebelt sei. Mehrfach kritisiert wird auch Reiner Lux, Fluglärmschutzbeauftragten der Regierung von Mittelfranken. Der würde auf alle Beschwerden antworten, aber stets darauf verweisen, dass die Lärmbelästigung im gesetzlichen Rahmen sei. Den Hinweis, es würden sich zu wenige Menschen beschweren, lassen die Besucher nicht gelten: Viele würden sich nicht beschweren, weil sie nicht glauben, etwas verändern zu können.

 

 

Während der sechs Sommermonate, sagt Hupe, habe es im vergangenen Jahr durchschnittlich 7,3 nächtliche Abflüge gen Osten gegeben und 7,9 nach Westen. Er verspricht, dass sich die Nachtflüge im Sommer reduzieren werden, auch durch Anstrengungen des Flughafens. Auch gesundheitliche Aspekte werden angesprochen, unter anderem von Restetzki. Fluglärm mache krank, das hätten Studien längst belegt. Restetzki schätzt, dass etwa 10.000 Menschen in Nürnberg vom Fluglärm betroffen sind. 4000 haben bereits eine Petition gegen den Lärm unterschrieben, die noch bis 24. Mai läuft.

Auch der Vorstadtverein werde das Thema weiterverfolgen, verspricht Loy. Da bisherige Beschwerden nicht erfolgreich waren, müsse man sich eben an höhere Stellen wenden, lautet sein Fazit. Im Herbst soll eine weitere Diskussionsrunde stattfinden.

(Sollten Sie die Grafik nicht sehen, dann klicken Sie bitte hier)

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Martin Schülbe

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