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Fränkischer Junge bastelt Buch, um auf Vermüllung aufmerksam zu machen

"Wir Kinder wollen später auch in einer sauberen Welt leben" - 30.07.2020 17:32 Uhr

Eine zugemüllte Welt? Das wollen die Kinder des Waldkindergartens nicht. 


Erst fünf Jahre alt und trotzdem schon so engagiert - und zwar, wenn es um Müll geht: Abfall im Wald, neben den Straßen oder einfach überall, wo er nicht hingehört, den mag Luca nämlich gar nicht. Der Fünfjährige geht aktuell in den Waldkindergarten in Eckental. Zusammen mit den Erzieherinnen und Erziehern sammeln die Kinder dort bei ihren Spaziergängen Zigarettenstummel und liegen gelassenen Müll auf.

Doch Luca selbst reichte das offenbar nicht mehr aus, erzählt seine Mutter. Um noch mehr Menschen auf das Müllproblem aufmerksam zu machen, kam der Kleine auf die Idee, ein "Umweltbuch" mit Texten und Bildern zu erstellen. Auch dass er selbst noch nicht schreiben kann, hielt ihn von der Idee offenbar nicht ab. Er fragte kurzerhand seine Oma um Hilfe und diktierte ihr, was er in das Buch geschrieben haben wollte.

So sieht das Cover von Lucas "Umweltheft" aus. 


Ein Beispiel: "Liebe Menschen, macht unsere Welt für uns Kinder sauber, weil wir auch später in einer sauberen Welt leben möchten. Es wäre schön, wenn sich alle daran beteiligen, dass unsere Umwelt wieder sauber wird. Wir haben auch schon Müll gesammelt und was wir gefunden haben, war fürchterlich."

Dem Ganzen fügte der Kleine sogar noch ein Foto bei, auf dem Abfälle neben einer Mülltonne am Wöhrder See zu sehen sind. Problematisch sei der ganze Abfall aber nicht nur für die Umwelt, so Luca weiter. Im Wald könnten sich an den liegen gelassenen Dosen auch Tiere verletzten, mahnt er weiter. Man solle seine Abfälle also in die Tonne entsorgen und nicht einfach liegen lassen.

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Knapp 25 Kilo Plastikmüll hinterlässt jeder Deutsche im Jahr. Lediglich aus der Hälfte dessen, was im gelben Sack landet, entstehen neue Produkte. Der Rest wird verbrannt und belastet unsere Umwelt. Allerdings kann jeder dazu beitragen, dass weniger Plastikmüll anfällt. Welche plastiksparenden Alternativen es gibt, verraten wir hier!


Die Mutter von Luca ist von dem Engagement ihres Sohnes begeistert: "Ich möchte Luca zeigen, dass es sich lohnt, seinen Mund aufzumachen", erklärte sie. Das Buch selbst, das laut seiner Mutter rund sechs Seiten hat, will Luca nun in seinem Kindergarten den anderen Kindern zeigen. Möglicherweise findet er so sogar noch mehr Nachahmer.

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

© Patrick Pleul dpa

Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

© dpa

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

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Lust auf ein weiteres Quiz?

Dann hier entlang!

ankl

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