Französische Klassiker mit Mut zum Experiment

10.3.2011, 18:30 Uhr
Nils Bernau kann nicht nur Wein: Im Weinstockwerk bieten er und Martin Runge seit Januar auch warme Küche. Gehoben, aber ganz entspannt.

Nils Bernau kann nicht nur Wein: Im Weinstockwerk bieten er und Martin Runge seit Januar auch warme Küche. Gehoben, aber ganz entspannt. © Karlheinz Daut

Und sie müssen vorher auf keinem Weinseminar gewesen sein, um „mitreden“ zu können. Das wird einem abgenommen – und man lernt stets neue, junge und aufstrebende Weingüter kennen.

Allerdings vermissten viele Gäste die Möglichkeit zu essen, und zwar richtig. Also haben die Inhaber und Gründer Martin Runge und Nils Bernau zu Beginn dieses Jahres das Abenteuer und Projekt „Wir gehen essen ins Weinstockwerk“ gestartet. Einfach sei das nicht gewesen, berichtet Bernau. An sich wollten die beiden einen Koch engagieren, dann aber wagte Bernau doch selbst den Schritt in die Küche – glücklicherweise.

Die „entspannte Brasserie-Küche“, wie er die Linie beschreibt, setzt er gekonnt und kreativ um. Klassiker der französischen Küche bleiben zwar Klassiker, werden aber beispielsweise interessant serviert: Auf Holzbrettern oder im Stövchen. Aber es wird auch experimentiert: Mit Erbsenpüree in Würfelform, mit unterschiedlich lang gebeiztem Lachs, der mit einer würzig-frischen Mischung aus kross gebratenem, dann zerriebenem Bacon und Zitronenschale serviert wird.

„Wir wollen es nicht zu teuer, nicht zu abgehoben oder fancy machen“, erklärt Bernau, der vor dem Weinstockwerk 12 Jahre in der Gastronomie gearbeitet hat und sich dort von sehr guten Köchen viel abgeschaut hat. Aber: Er war vorher Hobbykoch, „das hier ist schon eine andere Geschichte“. Man würde manchem Berufskoch sein glückliches Händchen wünschen.

Alle zwei Wochen gibt es ein neues Menü, dazu werden korrespondierende Weine empfohlen. Bei den Vorspeisen kann man beispielsweise aus gerösteter Tomatensuppe (5,30 Euro) oder einer Variation von Roter Beete und Apfel mit warmem Ziegenkäse für 7,10 Euro wählen. An sich eine klassische Kombination, aber wenn Curry, Zimt und Chili ins Spiel kommen, wird es überraschend.

Bei den Hauptgängen finden sich immer wieder Klassiker: Geschmortes Rindfleisch mit süßen Möhren beispielsweise (9,20 Euro). Aber eben auch (geglückte) Experimente wie Pimenthackröllchen mit Honigsellerie für 7,90 Euro. Glücklicherweise finden auch Vegetarier keine Alibi-Gerichte, sondern können sich zum Beispiel an Kürbis-Ricotta-

Lasagne mit Basilikum für 7,90 Euro freuen. Beim Dessert hat man die Wahl zwischen Klassischem wie Crème brulée oder Schokoladenkuchen, oder man ist neugierig auf Vanille-Chili-Ananas mit Anis-Crème-Fraiche (6,40 Euro).

Derzeit sind vier Tische für den Restaurant-Bereich vorhanden, allerdings steht wohl eine Ausweitung der Restaurant-Plätze an – denn an Wochenenden muss man definitiv rechtzeitig reservieren.

Mehr Informationen über das Weinstockwerk in unserer Rubrik Essen und Trinken!

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