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Frau in Muggenhof mit Kran aus Wohnung gehievt

Feuerwehreinsatz im Berufsverkehr führte zu Verkehrsbehinderungen - 12.08.2015 21:57 Uhr

Während des Einsatzes war eine Fahrspur der Sigmundstraße gesperrt. Dort hatte die Feuerwehr den 50-Tonnen-Spezialkran abgestellt.

12.08.2015 © ToMa/Reitmayer


Für die Nachbarn der Patientin ist das Prozedere nicht neu. Nach Auskunft der Feuerwehr Nürnberg mussten die Einsatzkräfte in der Vergangenheit bereits mehrfach ("vier- oder fünfmal") mit einem 50-Tonnen-Spezialkran vor dem Mehrfamilienhaus in der Sigmundstraße vorfahren. Man kennt sich.

Das erklärt auch, warum eine Anwohnerin die Feuerwehrler diesmal mit kalten Getränken erwartet - und so den schweißtreibenden, langwierigen Einsatz in voller Montur erträglicher macht. "Eine tolle Geste, das ist nicht selbstverständlich", befindet Stefan Lauber, Sprecher der Feuerwehr Nürnberg.

Ein Arzt hatte die 48-jährige Schwergewichtige aufgrund ihres Gesundheitszustandes in eine Klinik eingewiesen und den Rettungsdienst informiert. Der wiederum alarmierte die Feuerwehr, da für die 270 Kilogramm schwere Frau konventionelle Transportwege nicht in Frage kamen: Tür und Treppenhaus sind schlichtweg zu eng. 

Kurz nach 17 Uhr am Mittwoch treffen die Kräfte dann ein und bringen ihre Geräte in Stellung. Wie Feuerwehrsprecher Lauber erklärt, ist der Spezialkran mit einem sogenannten "Hamburger Rettungskorb" ausgerüstet, der es den Feuerwehrleuten erlaubt, auch in oberen Stockwerken von Gebäuden an Fenster "anzudocken" und Bewohner gefahrlos zu retten.

Damit auch alles glatt läuft, sind laut Feuerwehr etwa 15 Einsatzkräfte vor Ort, Polizisten und Sanitäter eingerechnet. Rund zwei Stunden lang blockiert der Kran die rechte Spur der Sigmundstraße. Da das Mehrfamilienhaus an der Ecke Fürther Straße liegt, sind gleich zwei Hauptverkehrsadern betroffen. Es kommt zu Staus im Berufsverkehr. Laut Feuerwehr halten sich die Behinderungen jedoch in Grenzen - offenbar weil im August traditionell Urlaubszeit ist und die Straßen deshalb leerer als sonst sind.

Ungefähr um 19 Uhr hat die 48-Jährige wieder Boden unter den Füßen. Rettungssanitäter machen sich mit der Frau auf den Weg in ein Krankenhaus, wo sie kurz darauf auch wohlbehalten ankommen sollte.

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