Dienstag, 24.11.2020

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Fridays for Future-Demo in Nürnberg: "Zeit läuft uns davon"

In Nürnberg demonstrierten 1500 Menschen für eine Energiewende - 25.09.2020 17:02 Uhr

Rund 1500 Demonstranten zogen in Nürnberg vom Färbertor durch den Frauentorgraben bis zum Rathenauplatz.

25.09.2020


In Nürnberg gingen rund 1500 Menschen auf die Straße, sie sorgten mit ihrem Protest für erhebliche Verkehrsbehinderungen in der Innenstadt. In Sachen Hygiene ging es bei der Demo vorbildlich zu: Die Teilnehmer waren mit Maske und reichlich Abstand unterwegs. Damit die nötige Distanz eingehalten wird, hatten die Organisatoren die entsprechenden Stellen auf der Straße zuvor sogar mit Kreuzen markiert.

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Weltweiter Klimaprotest: Fridays for Future demonstrierten in Nürnberg

Unter dem Motto #keinGradweiter demonstrierten Anhänger der Klimaschutzorganisation Fridays for Future am Freitag auf der ganzen Welt für mehr Umweltschutz. 1500 überwiegend jüngere Teilnehmer zogen mit bunten Plakaten und unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen durch die Nürnberger Innenstadt.


Auch wenn die Veranstalter die Pandemie also ernst nehmen: In ihrer eigenen Arbeit fühlen sie sich durch die Corona-Krise ein Stück weit ausgebremst. "Seit Corona werden alle anderen Themen ignoriert", kritisiert zum Beispiel Konstantin, 13 Jahre alt und seit einem Jahr in der Protestbewegung aktiv. Dabei sei gerade jetzt der Zeitpunkt optimal, um die Wende hin zu mehr Nachhaltigkeit zu schaffen, findet der Schüler. Die Wirtschaft sei ohnehin in der Krise. "Und wenn wir jetzt nicht handeln, können wir schon in wenigen Jahren die Entwicklung nicht mehr stoppen." Dann nämlich sei der "Point of no return" erreicht.

"Beide Krisen müssen bekämpft werden", betont Vincent Gewert, einer der Sprecher von "Fridays for future Nürnberg". Der Student hat ein Jahr in einem Klimaschutzprojekt auf den Fidschi-Inseln mitgearbeitet — und war nah dran an den Auswirkungen des Klimawandels.

"Eskalation droht"

"Ich habe da die Angst vor den Folgen selbst mitgekriegt", sagt der 20-Jährige, der ebenso wie seine Mitstreiter davon ausgeht, dass sich vor allem im "globalen Süden" die Probleme schnell verschärfen werden. "In der Klimakrise läuft uns die Zeit davon. Schon eine Erwärmung von zwei Grad kostet Millionen Menschenleben und riskiert eine unkontrollierbare Eskalation des Klimas." Die Corona–Krise habe gezeigt, dass die Regierung entschlossen handeln könne, das müsse sie jetzt auch im Bereich Klimaschutz tun. Bislang jedoch sei die Klimapolitik "ein Witz", sagt Fabia Klein, Sprecherin von Fridays for Future Deutschland. Statt entschlossen zu handeln, sei nur "ein lächerliches Klimapäckchen" vorgelegt worden.

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Plastik, nein danke! Zehn Alternativen für ein Leben ohne Kunststoff

Knapp 25 Kilo Plastikmüll hinterlässt jeder Deutsche im Jahr. Lediglich aus der Hälfte dessen, was im gelben Sack landet, entstehen neue Produkte. Der Rest wird verbrannt und belastet unsere Umwelt. Allerdings kann jeder dazu beitragen, dass weniger Plastikmüll anfällt. Welche plastiksparenden Alternativen es gibt, verraten wir hier!


In München wurde wegen der dort deutlich gestiegenen Infektionszahlen eine geplante Großdemonstration abgesagt, statt dessen versammelten sich rund 500 Menschen auf der Theresienwiese. In Berlin nahmen laut Klein 10.000 Menschen an einer Fahrraddemo teil.

In Nürnberg zogen die Demonstranten vom Färbertor durch den Frauentorgraben Richtung Rathenauplatz und zurück. Unter die überwiegend jüngeren Teilnehmer hatten sich auch einige ältere gemischt. Seit der Reaktorkatastrophe in Tschernobyl engagiere sie sich für eine Energiewende, sagt Tina Langmann-Ende. Es müsse endlich etwas geschehen, betont die 70-Jährige. "An der Politik könnte ich verzweifeln."

Testen Sie Ihr Wissen in unserem Nachhaltigkeits-Quiz

© Patrick Pleul dpa

Finden Sie heraus, wie gut Sie sich in Sachen Umweltschutz, Klimawandel oder Nachhaltigkeit auskennen. Wir haben acht Fragen aus unserem Alltag herausgepickt mit jeweils drei Antwortmöglichkeiten - aber nur eine davon stimmt. Am Ende sehen Sie, wie Sie abgeschnitten haben.

© Julius-Maximilians-Universität Würzburg (dpa)

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Frage 1/8:

Wie lange dauert es, bis ein Kaugummi verrottet?

Mehrere Jahre - wenn überhaupt. Denn damit Kaugummi so schön gummiartig ist, braucht es sogenannte Polymere - und die basieren auf Erdölbasis. Zusammen mit Zucker oder Zuckerersatzstoffen, künstlichen Farbstoffen, Verdickungsmitteln und Geschmacksverstärkern kauen wir am Ende auf einer Substanz, die biologisch nur schwer abbaubar ist. Die ökologisch bessere Alternative sind also Lutschpastillen.

© Lukas Schulze, NZ

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Frage 2/8:

In welche Mülltonne gehören leere Tiefkühl-Verpackungen?

In die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack - wenn nichts anderes auf dem Karton steht. Denn oft ist die Verpackung mit Kunststoff beschichtet.

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Frage 3/8:

Und wohin gehören Kassenbons?

Kassenbons (wie auch Lotteriezettel, Automatenbelege oder manche Kontoauszüge) bestehen aus sogenanntem Thermopapier, bei dem die Farbe durch Hitze erzeugt wird. Für die dafür nötige Beschichtung wird meistens Bisphenol A (BPA) verwendet, ein Weichmacher, der als krebserregend gilt. Deshalb dürfen Kassenbons nicht in den Recycling-Kreislauf gelangen.

© Colourbox.de

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Frage 4/8:

Ein Vollbad verbraucht ungefähr 140 Liter Wasser. Und eine Dusche?

Es sind im Schnitt 15 Liter. Inzwischen gibt es aber energiesparende Duschköpfe, bei denen z.B. Luft beigemischt wird. In der Anschaffung sind sie zwar teurer als herkömmliche Duschköpfe. Je nachdem, wie oft und wie viele Menschen in einem Haushalt duschen, kann sich so ein Kauf aber schnell rechnen.

© Ina Fassbender/dpa

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Frage 5/8:

Wie viele Einweg-PET-Flaschen werden in Deutschland pro Stunde verbraucht?

Fast zwei Millionen! Laut Deutscher Umwelthilfe sind Einweg-Flaschen aus Plastik immer noch das am häufigsten verwendete Material bei Getränken. Weil für die Herstellung oft neuer Kunststoff verwendet wird, ist so viel Rohöl nötig, wie fast 400.000 Einfamilienhäusern genügen würde, um ein Jahr lang beheizt zu werden.

© Britta Pedersen/Archiv (dpa)

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Frage 6/8:

Wo ist die Umweltbilanz beim Smartphone am schlechtesten?

In der Herstellung liegt der Verbrauch an Energie und CO2 immer noch 5 bis 10 Mal so hoch wie in der Nutzung. Das liegt vor allem an Rohstoffen (Erze, Gold oder seltene Erden), die energieintensiv abgebaut werden müssen. Laut Greenpeace verschlang die Smartphone-Produktion in den letzten zehn Jahren so viel, wie ganz Indien pro Jahr für die Energieversorgung braucht.

© Bodo Marks/Archiv (dpa)

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Frage 7/8:

Wir bestellen immer öfter Kleidung online. Wie viele Pakete gehen im Schnitt zurück?

Fast jedes Zweite! Laut Verbraucherzentrale macht das rund 800.000 Pakete - jeden Tag. Der Kohlendioxid, der dadurch entsteht, entspricht 255 Autofahrten von Frankfurt nach Peking.

© colourbox.de

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Frage 8/8:

Ein Flug nach Teneriffa ist so schädlich wie ??? Autofahren.

Etwa ein Jahr lang. Diese Angabe stammt von der Umweltorganisation Germanwatch und beruft sich auf eine Studie internationaler Forscher (The carbon footprint of global tourism).

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