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Freitag, 19.07.2019

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Fridays for Future veranstaltet Klimacamp in Nürnberg

Demonstration dauert diesmal gleich 24 Stunden - 12.07.2019 20:10 Uhr

Rund 300 Teilnehmer waren am Freitag beim Klimacamp der Fridays-for-Future-Bewegung dabei. © Stefan Hippel


Aus der Protestaktion wurde ein ganzes Klimacamp. So kündigte es die Friday-for-Future-Bewegung an. Von diesem Camp war allerdings gestern Nachmittag neben dem Opernhaus nichts zu sehen. Keine Zelte, keine protestierenden Jugendlichen. Kein Wunder: Die trafen sich gerade am Kornmarkt und stimmten sich erst so richtig ein.

Die Zukunft, so sind die Teilnehmer überzeugt, sieht traurig aus — wenn sich nicht entscheidend etwas ändert. Aber traurig die Stadt zu durchlaufen ist depremierend und erreicht auch kaum jemanden. Daher gleicht die Stimmung eher der eines Open-Air-Konzertes. Eines richtig guten Open-Air-Konzertes. "Wer nicht hüpft, der ist für Kohle", schreit ein junger Mann immer wieder ins Megaphon. Und so muss gehüpft werden. Hoch!

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Die Bösen sind schnell genannt: Das ist die Kohleenergie, der Energieriese RWE und jeder, der nicht für den Klimaschutz ist. Und dann gibt es noch jene, die große Autos mit großen Tanks fahren. "Ihr habt kein Recht darauf, ’nen SUV zu fahren!", skandieren die über 300 Teilnehmer als sie die Lorenzerstraße entlang ziehen. Der an der Ampel wartende Fahrer eines solchen großen Wagens straft die unüberhörbare Gruppe mit völliger Ignoranz, aus dem Fahrerfenster eines kleinen VW kommt dagegen ein steil nach oben gestreckter Daumen.

Überhaupt: Der laute bunte Haufen sammelt auf seinem Weg vom Kornmarkt zum Richard-Wagner-Platz ausschließlich Sympathiepunkte. Neben den Schülern laufen Kleinkinder ebenso mit wie Eltern und vereinzelt Großeltern. "Wir habens doch auch net anders gemacht", sagt eine ältere Frau lächelnd. "Wenn’s doch nötig ist!"

Yoga-Kurs, Vorträge und Poetry-Slam

Der Tross wächst indes nochmal. Während an der Spitze die Punkband "Die Ärzte" aus dem Lautsprecher dröhnt ("Es ist nicht deine Schuld, dass die Welt ist, wie sie ist. Es wär' nur deine Schuld, wenn sie so bleibt"), hat in der Mitte eine Marching Band dazu gefunden, die den Demonstrationszug nun mit Trommel, Trompete und Susaphon begleitet. Schon ist das Opernhaus in Sicht. "Diszipliniert und friedlich läuft das hier", lobt ein flankierender Polizist.

 

 

 

Mitorganisatorin Fabia Klein ist zufrieden. Wäre das Wetter sicherer gewesen, es hätte noch mehr sein können, aber es ist ja auch die erste derartige Veranstaltung in Nürnberg.

Geschlafen wird dann in Zelten, die noch aufzubauen sind. Oder in Schlafsäcken unter freiem Himmel. Oder vielleicht auch gar nicht. Es steht ja auch noch Programm an: Yoga-Kurs, Vorträge, Poetry Slam... 

Rurik Schnackig

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