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Für jedes Baby einen: Nürnberg pflanzt 5248 neue Bäume

Staatsforsten setzt im Süden der Stadt erste Setzlinge - 30.03.2021 17:29 Uhr

"Pro Baby ein Baum": Die Stadt Nürnberg pflanzt für jedes Baby in Nürnberg einen Baum. Auch für Lukas Scholl, hier zusammen mit Schwester Luisa, Mama Magdalena und Papa Christian.

29.03.2021 © Andreas Franke/Stadt Nürnberg, NNZ


Lukas hat gut lachen. Klar, er ist ja auch erst sechs Monate alt und hat schon jetzt seinen eigenen Baum. Um den bindet Mama Magdalena Scholl eine gelbe Schleife. "Damit wir ihn auch wiederfinden, wenn wir hier spazieren." Zuvor haben Lukas' Papa Christian und Schwester Luisa ein Loch aus dem Boden gestochen und den Setzling eingesetzt.

Foto von und mit Bürgermeister

Das Foto fürs Familienalbum macht der Oberbürgermeister. Marcus König hat die Scholls nach Herpersdorf eingeladen, in ein Waldstück an einem kleinen Bach: der Königslach. "Reiner Zufall", sagt der OB grinsend. Doch genau hier pflanzen Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten knapp Tausend neue Bäume.


Klima und Schädlinge: Das macht dem Wald zu schaffen


Es sind die ersten von insgesamt 5248, die der Forstbetrieb im Auftrag der Stadt heuer anbaut. Einen für jedes Kind, das im vergangenen Jahr 2020 in Nürnberg zur Welt gekommen ist. Das hat Marcus König im Wahlkampf angekündigt, nun treibt das Versprechen erste Wurzeln. Im Herbst folgt dann der größere Block mit mehr als 4000 neuen Bäumen.

Denen sollen künftig jedes Jahr Tausende folgen, verspricht König. Die Aktion soll weitergehen. Der Oberbürgermeister will mit dem Forstbetrieb mehr Bäume im Stadtgebiet wachsen lassen. "Und zwar dort, wo die Menschen sie erleben können." Der Wald sei mehr als ein Naherholungsgebiet. "Bäume sind die Zukunft Nürnbergs - genauso wie die Kinder."

Vom ihrem "Steckerlaswald" müssen sich die Nürnberger dabei zumindest teilweise verabschieden. "Wir müssen die Wälder anpassen, damit sie dem Klima standhalten", sagt König. Auch deshalb kommen nun robustere Flatterulmen zum Einsatz, erklärt Johannes Wurm. Er leitet den Forstbetrieb Nürnberg.

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Seit Jahren schon stellt der um, weg von den klassischen Nadelbäumen, zum Beispiel Fichten, hin zu Baumarten, die mit längeren Dürreperioden zurechtkommen. Wenn er sie denn bekommt. "Wir würden gerne mehr Esskastanien pflanzen", sagt Johannes Wurm, um so einen klimastabilen Mischwald herzustellen. Setzlinge aber werden von solchen Baumarten immer rarer.

30 Hektar neue Bäume im Jahr

Die "Pro Baby ein Baum"-Aktion der Stadt aber "halten wir lange durch", sagt Wurm selbstbewusst. Im Schnitt baut der Forstbetrieb schließlich im Jahr 30 Hektar neue Bäume an, 2020 sind es sogar 41 gewesen. Heuer werden es noch mehr, neben dem üblichen Pensum noch 15 Hektar für das Klimaschutzprogramm des Freistaats. Und einen Hektar für Nürnbergs Babys.

Familie Scholl beim Baumpflanzen mit Bürgermeister Christian Vogel, einem Staatsforsten-Mitarbeiter, OB Marcus König und Johannes Wurm, Leiter des Forstbetriebs (von rechts).

29.03.2021 © Andreas Franke/Stadt Nürnberg, NNZ


Wie nötig der ist, zeigt die Waldfläche an der Königslache. 450 Flatterulmen und 400 Erlen sollen hier wachsen. Beide Baumarten vertragen sowohl den feuchteren Untergrund, aber auch die Sonne, die auf die inzwischen gerodete Fläche brennt. Anders als die Fichten, die hier ursprünglich standen. "Die hat dann der Borkenkäfer geholt", sagt Johannes Wurm.

Hier tun die von der Stadt für 17.500 Euro spendierten Bäume besonders gut. Wo die anderen Baby-Bäume gepflanzt werden, kann Wurm noch nicht sagen. Das Gebiet um Zerzabelshof biete sich an. "Auf jeden Fall aber stadtnah." Denn nicht nur Familie Scholl will "ihren" Baum vielleicht auch in Zukunft besuchen.

300 neue Straßenbäume

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Die Aktion ist Teil des Waldpapiers, dass die Stadt beschlossen hat - für mehr Grün in Nürnberg. Christian Vogel ist vor allem für die Bäume in der Innenstadt zuständig. Der Bürgermeister ist Erster Werkleiter des Servicebetriebs öffentlicher Raum. Etwa 300 neue Straßenbäume will Sör heuer pflanzen.

"Wir prüfen beim Straßenbegleitgrün und den Grünanlagen eine Nachverdichtung", erklärt Vogel. Bislang stehen Bäume in Parks 15 Meter auseinander, künftig sollen auch mal zehn Meter genügen. "Und vielleicht ist dazwischen ja auch noch Platz."

Wie ernst die Stadt Bäume nimmt, zeigt sich innerhalb der Verwaltung. Bei Sör hat Christian Vogel das Sachgebiet Baum geschaffen. "Damit wird dem Thema noch mehr Eigenständigkeit übertragen", sagt Vogel.

Lukas' Baum ist inzwischen samt Schleife hinter einer Plastikhülle verschwunden. Die soll ihn vor Wildtieren schützen. Damit der Baum auch noch steht, wenn Lukas selbst hierher laufen kann.

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