"Fußball ohne Bier ist Tennis": Zu viele Regeln im Stadion?

22.4.2016, 17:52 Uhr

"Unser'n Club und a Seidla Bier": Unter diesem Motto trafen sich Experten und diskutierten zum Thema Fußball und Alkohol im Stadion. © Deutsche Akademie für Fußball-Kultur

Kein Wunder, wenn man bedenkt, wer zum fränkischen Doppelpass angekündigt wurde. Jürgen Roth, Schriftsteller und Satiriker, Daniel Kirchner, Leiter der Organisation und in der Verwaltung des 1. FC Nürnberg tätig, Andreas Eßer, Marketingleiter der Kulmbacher Brauerei, und Moderator Oliver Tubenauer.

Im Mittelpunkt stand natürlich die Symbiose von Bier und Fußball. Ganz einfach, weil die beiden Komponenten so gut zusammen passen. In einem solchen Ausmaß, dass Tubenauer die Verbindung als "Naturgesetz" beschreibt. Grund genug, um über die Bedeutung des alkoholischen Stimmungsmachers für den Fußball zu diskutieren.

Auf der einen Seite war der Fußballfan und Satiriker Roth der "die Ideologie der Ausnüchterung", wie er die Entwicklung des Biergenusses im Stadion beschreibt, aufhalten will. Auf der anderen Seite Eßer und Kirchner, die Verantwortlichen für den Bierausschank im Stadion. Beide müssen sich an die Gesetze und Regelungen für Stadien halten, was sie immer wieder betonten. Oder wie es Roth ausdrückt "sie müssen so reden, wie sie eben reden, weil beide in einer Funktion da sind, aber ich habe das Privileg als Freiberufler das Maul aufzureißen", sagte Roth. Das tat er auch immer wieder und verteidigte humorvoll seine Einstellung zur Symbiose von Bier und Fußball.

Zu viele Regeln im Stadion?

Vor allem die Regeln und Gesetze waren ein wichtiger Punkt der Fußballdiskussion. Bei diesem Aspekt waren sich die drei Gesprächsgäste auf der Bühne einig, dass es eine deutliche Überreglementierung in deutschen Stadien gebe. Ein Beispiel dafür brachte Kirchner mit den sogenannten "Risikospielen", wie die Paarung zwischen der Spielvereinigung aus Fürth und dem Club.

Bei diesen Begegnungen darf kein Starkbier ausgeschenkt werden, deshalb nennt man diese Spiele bei Brauerei und Verein auch "Leichtbierspiele", eine Steilvorlage für Satiriker Roth, der sich über diese Bezeichnung herrlich amüsierte.

Ein wichtiger Aspekt hierbei ist die Stadionsicherheit, die dadurch erhöht werden soll. Aber egal ob nun Leicht- oder Starkbierspiel, es gebe im Grundig-Stadion kaum bis gar keine Sicherheitsgefährdungen durch den Rausch des ein oder anderen Fans, betont Kirchner im Zusammenhang mit der Gefährdung der Sicherheit.

Das Thema griff auch Tubenauer auf und stellte die Frage, die wohl jeden Stadiongänger und Edelfan interessiert. Ab welchem alkoholisierten Zustand darf der Besucher das Stadion nicht mehr betreten? Mit der Aussage "wenn man es nicht mehr findet", hatte der Satiriker darauf – mal wieder – eine lustige Antwort parat.

Kirchner erläuterte, dass die Fans am Eingang zu den Tribünen stichprobenartig "untersucht" würden und wer über 0,8 Promille intus habe, dürfe nicht mehr rein. Sehr zum Missfallen des Schriftstellers. Dabei gaben die Verantwortlichen des 1.FCN und der Brauerei Kulmbacher sehr interessante Einblicke ins Regelwerk des Stadions. Schriftsteller Roth verteidigte die Seite der Fans, die einfach Fußball schauen, Bier trinken und Spaß haben wollen.

Unterm Strich waren sich aber am Ende alle Beteiligten einig, dass Fußball ohne Bier eigentlich unmöglich ist und es eben doch irgendwie ein "Naturgesetz" und eine zwangsläufige Symbiose ist. Oder wie es Moderator Oliver Tubenauer perfekt zusammenfasst und damit für viele Lacher sorgte: "Fußball ohne Bier ist Tennis."

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