Gallen-OP: Klinikum Nürnberg Nord siegt im NZ-Klinikcheck

Christina Merkel
Christina Merkel

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26.5.2018, 05:30 Uhr
Prof. Dr. Stein zeigt auf die Gallenblase, die unterhalb der Leber eingebettet im Körper liegt.

© Roland Fengler Prof. Dr. Stein zeigt auf die Gallenblase, die unterhalb der Leber eingebettet im Körper liegt.

Galleinsteine sind eigentlich harmlos. Drei Viertel aller Patienten merken nicht einmal, dass sie welche haben. Dabei ist jeder zehnte Mann und sogar jede fünfte Frau davon betroffen. "Erst wenn Gallensteine anfangen zu wandern, dann wird es gefährlich", sagt Prof. Dr. Stein, Leiter der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie am Nürnberger Klinikum Nord. Jedes Jahr werden hier mehr als 700 Gallenblasen entfernt, damit liegt das Krankenhaus bundesweit auf Platz drei. "Wir haben alle sehr viel Erfahrung mit diesem Eingriff", sagt Stein. Deshalb ist sein Team darin auch sehr gut - und landet in der diesjährigen Wertung des großen NZ-Klinikchecks ganz oben auf dem Treppchen.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik.

Hier geht es zur vollständigen Ansicht der Infografik. © NZ-Infografik

Für die dritte Folge in diesem Jahr haben die Gesundheitsmanager 29 Kliniken in der Region bewertet, die die Entfernung der Gallenblase vornehmen. Auf dem zweiten Platz folgt die Klinik Hallerwiese in Nürnberg, auf dem dritten Platz die Anregiomed Klinik Ansbach. Die GoogleMap-Karte unten zeigt alle gerankten Häuser.

Gesundheitswissenschaftler der Universität Erlangen-Nürnberg haben für das Ranking die Daten der Kliniken zur gesetzlichen Qualitätsmessung, sowie Abrechnungsdaten und Patientenempfehlungen der Krankenkassen AOK und Barmer GEK ausgewertet. Alle Krankenhäuser in Deutschland sind gesetzlich dazu verpflichtet, ihre Fallzahlen, Ergebnisse und eventuelle Komplikationen zu dokumentieren und zu melden. Doch ohne anschauliche Auswertung sind diese Zahlen oft schwer zu interpretieren. Nicht nur ältere Menschen ohne Internetkenntnisse, selbst Fachleute konnten sich lange kein Bild von der Qualität eines Krankenhauses machen. Mit dem NZ-Klinikcheck hat sich das geändert. Er bietet seit 2016 Orientierung und geht in diesem Jahr in die dritte Runde. 

Hier geht es zum Ranking in besserer Auflösung.

Hier geht es zum Ranking in besserer Auflösung. © NZ-Infografik

"Ziel unserer Projekts ist es, die Versorgungsqualität in der Region anzuheben", sagt PD Dr. Martin Emmert, der verantwortliche Wissenschaftler am Nürnberger Lehrstuhl für Gesundheitsmanagement. In den USA hätten ähnliche Ranglisten Kliniken zu Verbesserungen anregen können. Auch könnten niedergelassene Ärzte damit ihre Patienten gezielter beraten. Im NZ-Klinikcheck schneiden die Kandidaten bei den betrachteten Behandlungsarten ganz unterschiedlich ab. Große, kleine oder spezialisierte Häuser können im Wechsel punkten. Für Emmert ist das ein wichtiges Ergebnis: "Wir möchten die Menschen dafür sensibilisieren, dass man sich nicht nur generell über ein Krankenhaus informieren sollte, sondern dass es deutliche Unterschiede je nach Fachgebiet geben kann."

Von Häusern in den Kategorien 3 und 4 ist keineswegs allgemein abzuraten. Für ihre etwas schlechteren Ergebnisse im regionalen Vergleich sind teilweise geringe Unterschiede ausschlaggebend. Obwohl das Ranking zur Krankenhauswahl beitragen könne, dürfe es nicht die einzige Informationsquelle sein, rät Martin Emmert. "Es ist natürlich weiterhin wichtig, dass Patienten mit ihrem Arzt darüber sprechen und gemeinsam entscheiden."

Dr. Hubert Stein rät, bei starken Schmerzen im rechten Oberbauch, Koliken, Völlegefühl und Übelkeit dringend zum Artzbesuch. Das seien typische Symptome für ein Gallensteinleiden. Im Ultraschall sind die Übeltäter dann meist gut zu erkennen und mit vier kleinen Schnitten kann die Gallenblase minimalinvasiv entfernt werden. Noch am Abend nach der OP können die Patienten wieder aufstehen und essen.


Details, Tabellen und Hintergründe zum Forschungsprojekt Klinikcheck finden Sie hier. 


 

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