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Ganz ohne Wasser: Wöhrder See bekommt erstes Bio-Klo

Toilette soll Anfang Juni in Betrieb gehen - Fäkalien werden kompostiert - 22.04.2019 14:18 Uhr

Grün in jeder Hinsicht: So wird Nürnbergs erstes öffentliches Bio-Klo aussehen, das am Wöhrder See aufgestellt wird.


Flankierend zum 2012 begonnenen "Wasserwelt"-Projekt geht die Stadt damit einen weiteren Wunsch vieler Bürger an — für vier Monate mit Mietkosten von insgesamt rund 17.000 Euro. Beim Öko-WC handelt es sich um ein Modell, das weder Energie noch Trinkwasser braucht. "Gespült" wird nämlich mit Holzspänen, während über ein Förderband der Urin von den "Feststoffen" getrennt wird. Diese werden wiederum kompostiert und innerhalb von drei bis sechs Monaten zu Pflanzenerde verarbeitet. Durch die Kompostierung könnten aufgrund der entstehenden Hitze alle Krankeitserreger abgetötet werden, so Vogel.

"Das ist eine sehr ökologische WC-Anlage, die nicht einmal einen Kanal-Anschluss braucht", freut sich Bürgermeister und Sör-Werkleiter Christian Vogel. "Sie ist extra für solche Außenbereiche wie die Norikus-Bucht gedacht." Er sei "sehr gespannt, wie die Bürger sie annehmen werden".

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Modell ohne Wasser

Die Bedienung soll ähnlich einfach sein wie bei einer herkömmlichen Toilette. Einen Unterschied gibt es aber: Da das Bio-Klo ohne Wasser funktioniert, gibt es kein Handwaschbecken – stattdessen wird Desinfektionsspray zur Verfügung stehen.

"Die Nutzung der Toilette wird kostenfrei sein, da es sich weder um eine Anlage handelt, die sich selbst reinigt, noch wird sie durch eine Putzkraft betreut", sagt Vogel. "Wenn wir das Urinal kostenpflichtig machen würden, werden unsere lieben Geschlechtsgenossen weiter die Büsche bedienen", ist sich der Sör-Chef sicher. Aufgestellt werden soll das innovative Öko-Örtchen im Zeitraum zwischen Ende Mai und Anfang Juni.

Ein weiteres öffentliches Klo "für alle", so Vogel, wird am Nordufer im neuen Imbisskiosk integriert, den die wbg bis Herbst für die Stadt errichten wird. Der erste Spatenstich ist für den 6. Mai angesetzt, Vorabeiten laufen bereits. Betrieben wird es dann im Rahmen eines inklusiven Gastro-Projekts von der Lebenshilfe Nürnberg.

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Peter Romir/j.s. E-Mail

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