Geld vom Bund: 7,5 Millionen für das Nürnberger Volksbad

26.6.2020, 14:49 Uhr
Der Bund will das Nürnberger Volksbad noch in diesem Jahr mit vier Millionen Euro fördern. Nächstes Jahr kommen nochmal 3,5 Millionen dazu.

Der Bund will das Nürnberger Volksbad noch in diesem Jahr mit vier Millionen Euro fördern. Nächstes Jahr kommen nochmal 3,5 Millionen dazu. © Andreas Franke

Oberbürgermeister Marcus König (CSU) freut sich über das Geldgeschenk und spricht von "einem guten Tag für Nürnberg". Auch Bürgermeister Christian Vogel (SPD), der die Reaktivierung der Jugendstil-Perle seit Jahren vorantreibt, äußert sich erfreut: "Die Mittel des Bundesprogramms helfen uns dabei, das Projekt Volksbad zu stemmen."

Das Volksbad steht seit Jahrzehnten leer und wird dadurch nicht besser. Die Kosten für die Wiederbelebung des beliebten Denkmals werden mittlerweile auf rund 55 Millionen Euro geschätzt. 18 Millionen Euro hatte bereits der Freistaat Bayern durch Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in Aussicht gestellt. Jetzt gibt es weitere Millionen aus Berlin über das Bundesprogramm "Nationale Projekte des Städtebaus".

Mit dem Programm will der Bund Projekte "mit besonderer nationaler und internationaler Wahrnehmbarkeit, mit sehr hoher fachlicher Qualität, mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen oder mit hohem Innovationspotenzial" fördern. Kommunen können Anträge stellen.


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Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) verkündete heute, dass Nürnberg ein großes Stück von diesem Kuchen abbekommt. "Durch die nun bewilligten Bundesmittel können die Planungen bald Wirklichkeit werden und der Baubeginn bald starten", so die CSU-Bundestagsabgeordneten Michael Frieser und Sebastian Brehm in einer Pressemitteilung. "Ich freue mich, dass die Jury die Besonderheit des Volksbades erkannt hat", ergänzt die SPD-Bundestagsabgeordnete Gabriela Heinrich. Ihre FDP-Kollegin Katja Hessel äußert sich ähnlich.

Die Nürnberger Rathaus-SPD zeigt sich überrascht und gleichzeitig erfreut über die Ankündigung des Bundes, das Volksbad als eines von insgesamt 26 "Nationalen Projekten des Städtebaus" zunächst mit vier Millionen Euro im Jahr 2020 und weiteren 3,5 Millionen im Jahr darauf fördern zu wollen. "Mit den nun erfolgten Finanzzusagen könnten wir das Volksbad zu vertretbaren Kosten wiedereröffnen und müssten nicht mehr als für einen Bad-Neubau zahlen. Diese Gelegenheit sollten wir beim Schopfe packen", findet Fraktionschef Thorsten Brehm.


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Der Sozialdemokrat erinnert aber auch daran, dass sich die Pandemie verheerend auf die Stadtfinanzen auswirkt und Investitionen unter Corona-Vorbehalt stehen. "Wir haben deshalb auch immer betont, dass hierzu nochmal alle Projekte auf den Prüfstand müssen. Schließlich bleibt die Stadt auch mit der Finanzierungszusage des Bundes Hauptfinanzier. Andererseits gibt uns dieser Förderscheck ein Stück weit wieder mehr Luft, um dieses auch städtebaulich wichtige Projekt anzugehen."

Brehm und Bürgermeister Vogel weisen darauf hin, dass im Westen der Stadt seit Langem Wasserflächen für Schülerinnen und Schüler aber auch für die Vereine fehlen. "Hier könnte ein lang existierendes Defizit behoben werden." OB König sieht die Chance, das gesamte Areal um den Plärrer aufzuwerten. Der Stadtrat wird wohl noch dieses Jahr über die Zukunft des Volksbades entscheiden.


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