Gift im Gebäude: AOK gibt Zentrale am Frauentorgraben auf

12.11.2015, 06:00 Uhr
Seit 1971 prägt das AOK-Gebäude am Frauentorgraben das Nürnberger Stadtbild.

Seit 1971 prägt das AOK-Gebäude am Frauentorgraben das Nürnberger Stadtbild. © Michael Matejka

Es sind nicht nur die PCB-Werte, die die Verantwortlichen das Fürchten lehren. Neben den giftigen polychlorierten Biphenylen verbergen sich in dem Objekt Baujahr 1971 noch viele andere Mängel. Die Tiefgarage müsste saniert werden, eine Klimaanlage fehlt, das Haus ist energetisch völlig überaltert und müsste eigentlich total entkernt werden.

Genau davor schrecken die AOK-Verantwortlichen aber zurück. Denn eine Generalsanierung am eigentlich idealen Standort sei zu teuer. Nun sucht man in einer europaweiten Ausschreibung nach Anbietern, die gangbare Immobilienlösungen finden. Die Bedingung: Die neue Zentrale muss wieder gut erreichbar und innerhalb des Rings gelegen sein. Man wolle für die 188.000 Mitglieder auch in Zukunft gut erreichbar und ansprechbar sein, heißt es.

600 Mitarbeiter(innen) sollen an der neuen Adresse auf 15.000 Quadratmetern unterkommen. Dazu kommen 230 Parkplätze. Möglich sei sowohl ein Neubau in Eigenregie, aber auch Mietlösungen. Auch ein PPP-Modell (öffentlich-private Partnerschaft) sei denkbar, bei dem ein Anbieter maßgeschneidert für die Kasse baut und ihr das Objekt dann zur Miete überlässt, heißt es. Die Zeit sei reif für ein neues Haus, hieß es jetzt bei einem Pressegespräch. Das Grundstück am Frauentorgraben würde die AOK „so teuer wie möglich“ verkaufen, wenn eine Lösung auf dem Tisch liegt.  
 

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