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Granatenfund in der Pegnitz: Wasser weg - Waffen wurden abtransportiert

Sprengkörper stammen von der Bundeswehr - Keine Gefahr für Bevölkerung - 24.06.2020 14:43 Uhr

Sör hat am Mittwoch das Wasser aus der Pegnitz fast vollständig abgelassen. Nun sollen vier Granaten am Trödelmarkt geborgen werden.

© Alexander Brock


Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg koordinierte am Mittwoch eine Bergung von vier Granaten im Bereich des Trödelmarkts. Hierfür hatte Sör das Wasser in den Morgenstunden komplett abgelassen. Die auf Kampfmittel spezialisierte Firma Tauber barg die Granaten gegen Mittag. Gegen 14 Uhr wurden die Kampfmittel von Mitarbeitern des Kampfmittelräumdienstes in die sicheren Hände der beiden Sprengmeister Bettina Jurga und Tobias Oelsner übergeben. Sie bringen die vier Granaten, die ohne Zünder geborgen wurden, auf das Munitionsdepotgelände nach Feucht, wo sie zeitnah gesprengt werden.

Kurios: Es handelte sich um Bundeswehrgranaten, nicht wie ursprünglich vermutet um Granaten aus dem 2. Weltkrieg. Sie enthielten Sprengstoff, hatten aber keinen Zünder mehr - weswegen keine Gefahr für die Bevölkerung bestand. Der Schlick und die Uferbereiche rund um die Fundstelle wurden bis zum Mittag vom Kampfmittelräumdienst mit Metalldetektoren abgesucht. Erschwert wurde die Suche, weil die Geräte aufgrund einer Vielzahl von weggeworfenen Getränkedosen und ähnlichem Unrat wiederholt anschlagen.

Sör und die Stadt Nürnberg nutzen die unplanmäßige Trockenlegung nun, um den Grund und die Mauern am Pegnitzufer zu kontrollieren. Der Flussbereich soll am Donnerstag wieder geflutet werden.

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Bergung von vier Granaten: Sör lässt Wasser aus Pegnitz ab

Diesen Anblick haben die Nürnberger selten gesehen: In den Morgenstunden des Mittwoch hat der Servicebetrieb Öffentlicher Raum (Sör) das Wasser aus der Pegnitz am Trödelmarkt abgelassen, um vier Granaten zu bergen.


Wie war es zur Entdeckung der Granaten gekommen?

Als die Pegnitz kürzlich schon einmal abgelassen war, hatte ein aufmerksamer Passant außergewöhnliche Gegenstände im Schlick erkennen können - und umsichtigerweise die Polizei informiert. Es ist nicht klar, wie die Granaten in der Pegnitz gelandet sind. Möglicherweise handelt es sich bei dem Fund um eine nicht sachgerechte Entsorgung. Ein Verdriften aus dem Einzugsgebiet der Pegnitz in die Altstadt ist wegen der Wehre, welche ein Hindernis darstellen, ausgeschlossen.

Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg hat das Räumkonzept mit dem Ordnungsamt und dem Umweltamt der Stadt Nürnberg abgestimmt. Das Flussbett um den Trödelmarkt ist während der Räumung ein bestätigtes Munitionsverdachtsgebiet. Eine aktuelle Gefahr für die Anwohnerinnen und Anwohner besteht nicht. Das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg bittet alle Bürgerinnen und Bürger sich vernünftig zu verhalten. Unbefugten ist es nicht erlaubt, das trocken gelegte Flussbett zu betreten. Schatzsuchmissionen jeglicher Art stellen einen Straftatbestand dar. Ein Wachdienst der Stadt wird das Areal kontrollieren, bis die Pegnitz wieder geflutet wird.

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Alarmsirene und Bombenhagel: Spätestens seit 1941 bekamen die Nürnberger die Schrecken des Zweiten Weltkrieges hautnah zu spüren. Immer wieder drangen alliierte Flugzeugverbände in den Luftraum über der Noris ein, um die Stadt zu bombardieren. Der Krieg ist seit 1945 beendet, doch seine Zeugnisse liegen noch im Erdreich unter der Frankenmetropole begraben. Immer wieder tauchen bei Bauarbeiten und Erdrutschen verrostete Fliegerbomben auf.



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bro

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