Grüner Ring und Bäume: So soll der Plärrer aussehen

Irini Paul
Irini Paul

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11.9.2020, 05:54 Uhr
Ein wenig attraktiver Ort soll endlich schöner werden: Der Plärrer wird saniert und aufgehübscht. So sollen zum Beispiel 100 Bäume gepflanzt werden, auf dem Areal des stillgelegten Brunnens soll ein grüner Ring entstehen.

Ein wenig attraktiver Ort soll endlich schöner werden: Der Plärrer wird saniert und aufgehübscht. So sollen zum Beispiel 100 Bäume gepflanzt werden, auf dem Areal des stillgelegten Brunnens soll ein grüner Ring entstehen. © Foto: Stadt Nürnberg

Die Umgestaltung des Plärrers ist seit vergangenem November beschlossene Sache – vor allem, weil der Deckel auf dem U-Bahn-Untergeschoss marode ist. Nun liegen erste konkrete Pläne für die Umgestaltung vor. Denn die Sanierung ist dringend notwendig. Schuld ist der etwa 50 Jahre alte Deckel auf dem großen Areal: Seit Jahren tropft hier das Wasser, an manchen Stellen bröckelt der Putz.

Auch wenn es bislang keine Sicherheitsprobleme gab, wie Daniel Ulrich, Planungs- und Baureferent der Stadt Nürnberg, stets betonte, an der Sanierung kommt die Stadt schlicht nicht vorbei. Eine gute Gelegenheit für eine umfängliche Sanierung, die das hässliche Areal attraktiver machen soll. Und das wäre durch mehr Grün realisierbar, wie auch die Bürgerbefragung ergeben hat, zu der die Stadt im Mai aufgerufen hatte. An zweiter Stelle der geäußerten Wünsche stehen mehr Platz für Fußgänger, an dritter mehr Platz für Radfahrer. Eine Einschätzung, die auch Ulrich teilt. "15 bis 20 Prozent weniger Platz für den Autoverkehr sind durchaus möglich." So seien auch die seitlichen Parkbuchten im Hinblick auf die knappen Parkplätze in der Stadt "völlig unverhältnismäßig".

Hier ist der grüne Ring zu erkennen, der im Westen des Plärrers geplant ist. 

Hier ist der grüne Ring zu erkennen, der im Westen des Plärrers geplant ist.  © Realgruen Landschaftsarchitekten

Mehr Grün als elementares Ziel hätten alle Mitglieder des Preisgerichts, zu dem er, Vertreter aller Stadtratsfraktionen sowie externe Verkehrs-, Landschafts- und Stadtplaner gehörten, gesehen und sich am Mittwoch einstimmig für den gemeinsamen Entwurf eines Büros aus Aalen und eines aus München entschieden – im Vorfeld waren vier internationale Planungsteams, jeweils bestehend aus Stadtplanern, Freiraum- und Verkehrsplanern, beauftragt worden, angemessene Planungsvorschläge einzubringen. Denn der Plärrer ist neben dem Bahnhof einer der Hauptverkehrsdrehscheiben in der Stadt.

Viele Ideen für Nürnbergs wichtigsten Platz

Dabei waren die Ideen der vier Planungsteam, die bei dem städtischen Workshop-Verfahren in die letzte Runde gekommen waren, sehr unterschiedlich: Sie reichten von intensiver Begrünung über ein Beton-Areal bis hin zu einem Platz, auf dem der Verkehr komplett stillgelegt wird. Mehr Grün und Aufenthaltsqualität unter den gebotenen verkehrlichen Zwängen erhofft man sich nun von dem Entwurf des Teams Aalen/München, der unter anderem an drei Seiten dichte Baumreihen vorsieht. Insgesamt sollen 100 zusätzliche Bäume gepflanzt werden. Auf dem Areal des stillgelegten Brunnens ist ein meterhoher, ringförmiger grüner Ring, der sogenannte Plärrerpuck, geplant. Er soll den Platz gestalterisch dominieren und im Fußgängerbereich durchlässig sein. Für den Raum darunter ist ein kleines Café geplant.

Am 24. September will Ulrich den Entwurf im Stadtplanungsausschuss vorlegen und geht davon aus, dass dieser auf breite Zustimmung stoßen wird. Danach wolle man in die Details gehen, wie etwa Reduzierung der Parkplätze, Radwege oder Anzahl der Straßenbahnschienen. Entscheidend sei, dass der Plärrer besser und schöner werden müsse, so Ulrich. "Aber alles hat natürlich seine Grenzen. Der Plärrer wird nie ein Park werden, das soll er auch nicht sein."

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