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Handy am Steuer: Gerd Schmelzer ist wohl bald Fußgänger

Immobilienunternehmer vor Gericht - Schon sechsmal mit Mobiltelefon erwischt - 13.01.2015 15:48 Uhr

Ist demnächst wohl häufiger zu Fuß unterwegs: Gerd Schmelzer. © Michael Matejka


Im August vergangenen Jahres soll Schmelzer mit einem seiner Autos, einem grauen Mercedes CL, an einer roten Ampel am Rathenauplatz gestanden haben. Obwohl das schicke Oberklassecoupé über eine Freisprechanlage verfügt, soll der 63-Jährige mit dem Handy telefoniert haben. So will es zumindest ein Polizist gesehen haben, der mit seinem Wagen rechts hinter Schmelzers Mercedes stand.

„Das stimmt nicht“, sagt indes Schmelzer vor Gericht. Er habe das Handy nur von der Rückbank gefischt und nach vorne gelegt. „Damit es nicht in den Fußraum fällt“, sagt er. „Und dabei vielleicht einen Umweg über das Ohr genommen?“, will Richter Siegfried Spliesgart wissen. „Nein“, sagt Schmelzer, der sich als Opfer eines netten, aber übereifrigen Beamten sieht. Außerdem hätte der Polizist aus seiner Perspektive das gar nicht sehen können. Bei dunklen Scheiben schon gar nicht.

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"Das Bußgeld ist mir egal"

Gegenüber dem Polizisten soll Schmelzer im August damals etwas anderes gesagt haben. „Das Bußgeld ist mir egal, ich habe telefoniert, kann aber aktuell keine Punkte mehr brauchen“, zitiert Spliesgart aus der Akte.

Einen Punkt gibt es in Flensburg, wenn man mit dem Handy am Ohr am Steuer erwischt wird. Daran hat sich auch mit der Reform der Flensburger Verkehrssünderkartei im Mai vergangenen Jahres nichts geändert. Anders als früher wird der Schein jedoch nicht erst bei 18 sondern schon bei acht Punkten eingezogen. Notorische Verkehrssünder verlieren damit leichter als früher ihre Fahrerlaubnis.

Ein notorischer Verkehrssünder, das scheint auch Schmelzer zu sein. Sechsmal wurde er schon beim Telefonieren erwischt. Auch wenn Schmelzers Anwältin dies damit zu entschuldigen versucht, dass in einem Oldtimer aus dem Fuhrpark ihres Mandanten eben keine Freisprecheinrichtung eingebaut werden könne – erlaubt ist dies dennoch nicht.

„Sie haben gute Chancen, der Erste zu sein, der ein Fahrverbot wegen Handytelefonierens bekommt“, sagt Richter Spliesgart. Der Prozess wird fortgesetzt.

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jule (Nürnberger Zeitung)

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