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Donnerstag, 09.07.2020

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Hass-Brief gegen Nürnberger Promi-Friseur: Verdächtiger gefasst

Kripo ermittelte nach rechten Drohbrief mit drastischem Inhalt - 31.05.2020 20:46 Uhr

"Nicht das erste Mal“: Promi-Friseur Marcel Schneider mit einem Brief, in dem er bedroht und diffamiert wird. © Alexander Brock


"Pass auf, wenn du mit deinem Hund weiterhin an der Rednitz spazieren gehst!", stand unter anderem in einem Brief, der Absender forderte einen "neuen Hitler" - und beendete seine drastische Botschaft mit einem nationalsozialistischen Gruß. Der Nürnberger Promi-Friseur Marcel Schneider, der etwa auf dem Opernball tätig ist, hat in der Vergangenheit immer wieder Drohbriefe erhalten. So auch im April dieses Jahres, als jemand Schneider und seinen Kolleginnen und Kollegen aus Handwerk, Gastronomie und Hotellerie die Steuerfahndung und die Betriebsprüfung "an den Hals" wünschte. 

Die Kripo nahm die Ermittlungen auf, suchte nach Spuren auf dem Papier, verglich den Inhalt mit ähnlichen Schreiben, die teils bekannte Personen des öffentlichen Lebens erhielten. 

Jetzt wurde ein Tatverdächtiger ermittelt. Das berichtet unter anderem der Bayerische Rundfunk (BR) mit Verweis auf die Polizei. Der  64 Jahre alte Mann aus dem Landkreis Nürnberger Land sei festgenommen worden. Weitere Einzelheiten wolle die Polizei "aus ermittlungstaktischen Gründen" derzeit aber nicht nennen. 

Hetze begann mit Positionierung gegen die AfD

Schneider hatte sich 2016 klar gegen die Alternative für Deutschland (AfD) positioniert, kündigte einen Vertrag mit der Lederer-Kulturbrauerei, die die Partei für ein Treffen beherbergen wollte. "Ich kann nicht in einem Lokal arbeiten, in dem sich eine homophobe Partei trifft", sagte er damals. Da sei die Hetze erst so richtig losgegangen, sagte er im Juli 2019 im Gespräch mit den Nürnberger Nachrichten

Ermittelt wurde wegen Volksverhetzung, Beleidigung und Bedrohung. Der Drohbriefschreiber, so berichtet es der BR, wolle sich bei Schneider entschuldigen. "Ich kann ihm wirklich nicht verzeihen", sagte der Friseur dem Schwabacher Tagblatt. Der Inhalt des Briefes war widerlich, das ist Volksverhetzung."

tl

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