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Freitag, 03.04.2020

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Hersbrucker Krankenhaus bedroht: Proteste in Nürnberg

Demozug marschierte vom Gesundheits- zum Heimatministerium - 28.04.2018 22:30 Uhr

Vor dem Heimatministerium breiteten sich die zahlreichen Demonstranten aus und verkündeten ihre Meinung: Die ärztliche Versorgung der ländlichen Räume dürfe nicht abgebaut werden. © Ralf Rödel


Dort sprachen die Initiatoren und Unterstützer des Protests sowie Ärzte des Krankenhauses über die Gefahren, die eine Verlagerung der Krankenhausbetten nach Lauf an der Pegnitz mit sich bringen würde. Während des Protestzugs trugen die Organisatoren ein Herz des Künstlers Dieter Serfas, das von Bürgern in Hersbruck mit Gipsbinden verkleidet und anschließend rot bemalt wurde. Wer wollte, konnte mit einer Unterschrift auf dem Herz zeigen, dass auch er ein "Herz für kleine Krankenhäuser" hat.

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Rund 600 Demonstranten sind aus Protest gegen die angekündigte Schließung des Hersbrucker Krankenhauses am Samstag nach Nürnberg gekommen. Sie zogen vom Gesundheitsministerium zum Heimatministerium.


Das Protest-Motto spiegelte sich außerdem in den zahlreichen roten, herzförmigen Luftballons der Demonstranten wider. Für den Erhalt des Hersbrucker Krankenhauses sprechen nach Meinung vieler Demonstranten vor allem die zahlreichen Patienten aus dem Hersbrucker Umland, für die der Weg nach Lauf beschwerlich wäre: "Über die zwölf Kilometer, die die Patienten laut Politikern mehr fahren müssten, kann ich nur lachen. Denn für viele aus den umliegenden Dörfern sind das tatsächlich 30 oder 40 Kilometer", meint Horst Vogel. Er hat über 10.000 Unterschriften für den Erhalt des Hersbrucker Krankenhauses gesammelt.

Viele Redner kritisierten die aktuelle Gesundheitspolitik und den Zwang zu wirtschaftlich erfolgreichem Handeln, dem die Krankenhäuser unterworfen sind. Sie forderten, dass die gesundheitliche Versorgung der Bürger im ländlichen Raum vor Ort erhalten bleibt – nicht nur in Hersbruck. Denn auch andere Kleinstädte in Bayern kämpfen momentan gegen die Schließung ihres Krankenhauses: zum Beispiel Waldkirchen (Landkreis Freyung-Grafenau) und Marktheidenfeld (Landkreis Main-Spessart).

Vertreter der dortigen Bürgerinitiativen unterstützten den Protest der Hersbrucker vor Ort. Außerdem stellten sich Vertreter der CSU, der Freien Wähler, der FDP, der Grünen, der Mut-Partei sowie der Linken den Fragen von Moderatorin Angelika Pflaum.

 

Alisa Müller E-Mail

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