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Hochhäuser in Neuselsbrunn: Verhandlung in der Meistersingerhalle beginnt

Zu wenig Platz für Betroffene im Justizpalast - 02.10.2019 09:46 Uhr

Weil mehrere hundert Betroffene erwartet werden, hat das Amtsgericht Nürnberg seine Verhandlung um die Hochhäuser Neuselsbrunn in die Nürnberger Meistersingerhalle verlegt.

21.06.2019 © Roland Fengler, NN


Der Prozess um den Abriss der Fassaden an den fünf Hochhäusern in Neuselsbrunn sollte eigentlich bereits im Juni vor dem Amtsgericht Nürnberg beginnen. Weil es im Justizpalast keinen Sitzungssaal gibt, in dem alle Betroffenen Platz finden, musste der Termin abgesagt und ein Ausweichquartier gefunden werden. Nun wird am Mittwoch, 2. Oktober, um 10.30 Uhr im kleinen Saal der Meistersingerhalle verhandelt.


Bauingenieur: Hochhäuser in Neuselsbrunn bis zum Winter fertig


Im Herbst vergangenen Jahres waren innerhalb von nur acht Wochen von den fünf Häusern in der Wohnsiedlung im Nürnberger Süden Fassade und Dämmung entfernt worden. Das dahinter in den 1990er Jahren verbaute Material sei brennbar, hatte die Bauordnungsbehörde der Stadt Nürnberg festgestellt. Viele Bewohner der 390 Wohnungen in den Hochhäusern waren überrumpelt und geschockt. 21 Millionen Euro fallen voraussichtlich für die Sanierung an.

Nun wollen die Hochhaus-Bewohner vor Gericht einen Beschluss aus einer Eigentümerversammlung rückgängig machen. Dabei hatten sie der damaligen Hausverwaltung Vonovia Immobilien Treuhand (VIT) die Finanzierung von Brandschutz-Maßnahmen genehmigt. Viele Eigentümer sehen die Verhandlung in der Meistersingerhalle als einen ersten Schritt. Weil sie überzeugt sind, dass die Fassaden unrechtmäßig und unnötig entfernt wurden, wollen sie die ehemalige Verwalterin der Wohnungseigentümergemeinschaftauf Schadenersatz verklagen.

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Neuselsbrunn: So verbreitet sich der Schimmel in den Hochhäusern

Auch über den Winter standen die fünf Hochhäuser in Neuselsbrunn ohne Fassaden da. Grund für die Maßnahme war eine angeblich akute Brandgefahr. Die Bewohner kämpfen nun gegen die Feuchtigkeit und den Schimmel, der sich in ihren Wohnungen breitmacht. Für sie bedeutet das eine finanzielle und gesundheitliche Katastrophe. Wer die Kosten übernimmt, ist noch nicht geklärt.


nz/jm

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