Kleinod in St. Johannis

Holzschuherkapelle: Sanierung ist pünktlich zur Kirchweih in St. Johannis geschafft

Ressort: Lokales Online..Datum: 18.10.16..Foto: Edgar Pfrogner..Motiv: Kreatives Frühstück, Porträt Wolfgang Heilig-Achneck, Mitarbeiterportrait
Wolfgang Heilig-Achneck

Lokalredaktion

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23.6.2022, 14:26 Uhr
Kunsthistorisches Kleinod inmitten blumengeschmückter Gräber: die Holzschuherkapelle auf dem Nürnberger Johannisfriedhof

© Stefan Hippel, NN Kunsthistorisches Kleinod inmitten blumengeschmückter Gräber: die Holzschuherkapelle auf dem Nürnberger Johannisfriedhof

Was die Reinigung und Renovierung gebracht hat, davon können sich an diesem Kirchweih-Wochenende alle Interessierten überzeugen: Am Samstag, 25. Juni, wie am Sonntag, 26. Juni, führen Mitglieder des Bürgervereins von 11 bis 16 Uhr durch die Rundkapelle auf der Ostseite des geschichtsträchtigen Gräberfeldes. Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Kosten beziffert die Stadt in einer Mitteilung auf 485.000 Euro. Besonders aufwändig war die Restaurierung der Grablegungsgruppe von Adam Kraft. Sie bildete in früheren Jahrhunderten den Endpunkt von Prozessionen auf einem Kreuzweg, auf dem die Gläubigen den Leidensweg von Jesus Christus nachvollzogen. Er führte vom Pilatushaus am Platz vor dem Tiergärtnertor durch die Burgschmietstraße zu dem Friedhof; an allen Stationen veranschaulichten Steinplastiken von Kraft das in der Bibel überlieferte Geschehen.

Das renovierte Kirchlein ist grundsätzlich nur noch im Rahmen von Führungen zugänglich. Allerdings erlaubt ein neues Fenster in der Nordseite Besuchern jetzt auch bei geschlossener Kapelle einen Blick auf die zentrale Grablegungsgruppe in einer Wandnische - sie gilt als eines der Meisterwerke des Nürnberger Steinbildhauers der Dürerzeit.

Während der Friedhof - ebenso wie der Rochusfriedhof - von den evangelischen Kirchengemeinden der Altstadt und von St. Johannis verwaltet wird, ist die 1508 errichtete Kapelle seit 1924 Eigentum der Stadt Nürnberg; sie hatte den Sakralbau damals von den Holzschuhers erworben, als die Patrizierfamilie Kunstwerke an Privatleute veräußerte. Dabei hat sich die traditionsreiche Familie das Recht gesichert, auch weiterhin Mitglieder in den Grüften der Kapelle zu bestatten.