Homeschooling: Neue Initiative hilft Familien, denen Ausstattung fehlt

2.5.2021, 06:00 Uhr
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Mit dem "Digitier" als Maskottchen geben Sozialreferentin Elisabeth Ries (li.), Ulrich Glaser, Koordinator für Bürgerschaftliches Engagement (vorne li.) und Guillaume Girofflé von Inopia (vorne re.) mit weiteren Akteuren vor dem Ladenlokal an der Spitalgasse 1 - gleich an der Bushaltestelle - das offizielle Startsignal für das Ehrenamtsprojekt "Digiteers".   © NNZ

"Digiteers" haben die Organisatoren um Ulrich Glaser von der Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement beim Sozialreferat die Initiative genannt. Und so funktioniert's: DIe Freiwilligen nehmen gebrauchte Laptops an, die von privater Seite oder von Firmen gespendet werden - sei es nach Terminvereinbarung in ihrer Anlaufstelle an der Spitalgasse (in einem früher vom Bestattungsamt genutzten Ladenlokal), sei es durch Abholung.

Gerade im schulischen Bereich werden die Folgen der Pandemie allen Beteiligten noch lange zu schaffen machen. Die Geräte werden von den fachkundigen Ehrenamtlichen gründlich auf Tauglichkeit und Verlässlichkeit getestet; natürlich vergewissern sie sich auch, dass alle Inhalte früherer Nutzer zuverlässig gelöscht sind und ein Minimum an notwendiger Software verfügbar ist.

Sie kümmern sich auch um die Weitergabe an bildungsbenachteiligte Schülerinnen und Schüler wie auch Auszubildende - und geben bei Bedarf auch Hilfestellung bei der Einarbeitung in die digitalen Zugänge. Auf erste Aufrufe hin haben sich seit dem Start kurz nach Ostern bereits mehr als 60 Freiwillige gemeldet, knapp 50 Spenderinnen und Spender stellten bereits mehr als 100 Geräte zur Verfügung oder in Aussicht.

Ergänzung laufender Bemühungen

Über die Vergabe der Geräte entscheiden hauptamtliche Projektbetreuer, die vorerst allerdings nur stundenweise fest engagiert sein können. "Das Projekt kann und soll die Ausstattung, die durch Schulen zur Verfügung gestellt wird, wie auch die Bemühungen von Spendeninitiativen wie "Lobby für Kinder" oder "Freude für alle" ergänzen", merkt Glaser an. "Bewerben" können sich sowohl einzelne Bedürftige wie Einrichtungen. Kontaktaufnahmen sind aus organisatorischen Gründen allerdings grundsätzlich nur per Mail möglich (digiteers@stadt.nuernberg.de).

Um das Projekt auf die Beine zu stellen, bekam und bekommt die Stabsstelle Bürgerschaftliches Engagement beim Sozialreferat tatkräftigen Beistand von bisher vor allem zwei Vereinigungen: dem Rotary Club Nürnberg-Connect und dem Verein Inopia. "Wir wollen dazu beitragen, dass die Bildungsschere nicht noch weiter aufgeht", begründet Sebastian Ehrhard als Präsident des vor drei Jahren gegründeten und damit jüngsten Nürnberger Rotary Clubs das Engagement. Allein schon die direkte Werbung für das Vorhaben in den Rotarier-Kreisen hat eine erste Welle von Computer-Spenden ausgelöst.

Online-Nachhilfe und Mentoren

Der Förderung von Bildung und Nachhaltigkeit hat sich ebenso der Verein Inopia verschrieben. Vor einem Jahr hatten ihn gut zwei Dutzend Gründungsmitglieder, vor allem Studenten, aus der Taufe gehoben. Gemeinsames Ziel: Kinder unter die Arme greifen, die hinterher hinken, mit Förderprogrammen, Mentoring oder auch Online-Nachhilfeangeboten.