"Horch amol": "Für mich sind das nur Maulhelden"

10.3.2021, 21:23 Uhr

Auslöser der ganzen Aufregung war ein Videozusammenschnitt, den die AfD auf ihrer Fraktions-Webseite veröffentlich hatte. Dabei wurde eine Zwischenbemerkung, die die Landtagsabgeordneten bei einer Rede des AfD-Abgeordneten Ingo Hahn fallen ließ, mehrfach in das Video eingebaut, so dass der Eindruck entstand, Gabi Schmidt hätte den Vortrag durchgängig gestört. Die Reaktionen in den Sozialen Netzwerken ließen nicht lange auf sich warten. Die 51-jährige Mutter und ihre Familie wurden aufs Übelste beschimpft, beleidigt und auch bedroht.

Schmidt hat gegen die Platzierung des Videos auf der "durch Steuergelder finanzierten" Fraktionswebseite Anzeige erstattet. Auch gegen die Kommentare geht sie strafrechtlich vor. Gleichzeitig haben ihre Recherchen ergeben, dass die meisten der Nutzerprofile gefälscht sind. Auf gut fränkisch sagt Schmidt über solche Menschen, die aus der Anonymität heraus ihre Angriffe starten: "Das sind für mich echte Maulhelden, denn sonst müssten sie sich nicht verstecken."

Warum die AfD trotz vieler kritikwürdiger Aktivitäten in der Wählergunst immer noch überraschend gut dasteht, erklärt Schmidt auch damit, dass die "Saat nicht rechtzeitig bekämpft wurde". Eine Teilschuld sieht sie durchaus bei der CSU, die über Innenminister Horst Seehofer und seinen Äußerungen beispielweise zur Asyl- und Flüchtlingspolitik das "Pflänzchen immer noch gegossen hat". Dennoch gesteht auch sie zu, dass es den Parteien in Corona-Zeiten zunehmend schwerfällt, die der Pandemie geschuldeten Beschlüsse zu vermitteln.

Ihren Parteikollegen und bayerischen Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nimmt Schmidt ob seiner manchmal sehr populistisch wirkenden Aussagen ausdrücklich in Schutz. "Der Wirtschaftsminister muss andere Forderungen stellen, als der Gesundheitsminister", so ihre Einschätzung. "Da muss man auch mal laut werden", meint Schmidt und verweist auf die frühzeitigen Forderungen der Freien Wähler nach Lösungen wie "Click & Collect" oder nach der Einführung von Schnelltests.

Vor einer "tödlichen Umarmung" durch die CSU und einem ähnlichen Schicksal wie das der FDP, die nach der Regierungsbeteiligung aus dem Landtag gefallen ist, fürchtet sich Gabi Schmidt im übrigen nicht. Sie hat der FDP bei ihrem Auszug ein Sofa abgekauft und das sein nun ein ständiges Mahnmal, dass man im Umgang mit der CSU "absolut aufpassen muss." Doch hören Sie selbst.....

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