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Ikea in Nürnberg: Umweltschützer fordern grünes Konzept

12.000 Quadratmeter Fläche und die Fassade könnten bepflanzt werden - 10.02.2016 06:00 Uhr

Der neue Ikea-Markt in Nürnberg soll grün werden - zumindest, wenn es nach dem Bund Naturschutz geht. © Edgar Pfrogner


Der Umweltverband regt an, das geplante Möbelhaus nicht in zwei, sondern in drei Stockwerken zu bauen. Auch ein Teil der ebenen Parkflächen sollte auf ein hochgeschossiges Parkdeck verlegt werden. "Dadurch könnten 10.000 bis 127.000 Quadratmeter Fläche gespart und entsiegelt werden", rechnet Mathias Schmidt vom BN vor. "Ich wundere mich schon, dass die Stadträte und die Verwaltung die bisherige Planung kritiklos hinnehmen, dass die Fläche versiegelt bleibt", sagt er.

Der BN-Vorsitzende Otto Heimbucher verweist auf den neuen Bodenschutzbericht der Stadt Nürnberg. Darin heißt es: Ohne verstärkte Reduzierung des Flächenverbrauchs sind die noch zu bebauenden Reserveflächen in Nürnberg 2027 erschöpft. Jedes Jahr werden in Nürnberg etwa 47 Hektar versiegelt. "Hier besteht nun die Chance, eine Umkehr einzuleiten", sagt Heimbucher, der für die CSU im Nürnberger Stadtrat sitzt. Heimbucher und Schmidt sind nicht gegen das Ikea-Projekt, nur sehen sie den Konzern in der Pflicht, mehr für den Umweltschutz zu tun.

Mehr Bäume pflanzen

Die gesparten Fläche von bis zu 12.000 Quadratmetern könnte begrünt werden. Der BN regt auch an, die verbleibenden Parkflächen in der Ebene mit wasserdurchlässigem Belag auszustatten und mehr Bäume zu pflanzen als geplant. "Außerdem muss auch die Fassade begrünt werden", sagt Schmidt. "Jetzt ist noch ein geeigneter Zeitpunkt, die Planungen zu korrigieren." Außerdem beginne bald die Öffentlichkeitsbeteiligung.

SPD-Fraktionsvize Thorsten Brehm stellt eine weitere Forderung an Ikea. "Wir erwarten von Unternehmen, die von unseren Standortvorteilen profitieren und unsere Infrastruktur nutzen, dass sie sich auch angemessen an der Finanzierung ebendieser beteiligen." Dafür gebe es das Instrument der Gewerbesteuer. Wenn der Ikea-Konzern hier erwirtschaftete Gewinne über Lizenzmodelle ins Ausland verschiebe, möge das steuerrechtlich legal sein, legitim sei es nicht. Brehm: "Wir erwarten vom Konzern, aber auch vom Gesetzgeber, dass solche Steuertricks beendet und Gewinne an dem Ort versteuert werden, an dem sie erwirtschaftet werden."

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Andreas Franke

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