Im neuen "Schocken-Center" darf auch gewohnt werden

22.12.2016, 09:11 Uhr

© Stefan Hippel

Schon das Motto ist ehrgeizig: Nichts weniger als "Ein neues Herz für die Südstadt" soll am Aufseßplatz entstehen. Ein Slogan, mit dem Edeka gleich zu Beginn der ersten öffentlichen Projektvorstellung im Oktober große Erwartungen im Stadtteil weckte. Erwartungen, denen die anschließend präsentierten Pläne — zumindest in den Augen des begeisterten Publikums — durchaus gerecht wurden.

So ist nicht nur die ursprünglich angedachte, bei Anwohnern höchst umstrittene Belieferung über die Fußgängerzone vom Tisch. Auch das Konzept des neuen Einkaufstempels konnte die Südstädter überzeugen. Vorgesehen ist ein Abriss des Gebäudes und ein schicker Neubau — mit einem großen Edeka-Vollsortimenter und Gastronomie im Erdgeschoss sowie verschiedenen weiteren Ladengeschäften im Ober- und Untergeschoss. Darüber zwei Parkhaus-Etagen für die Kunden des Einkaufszentrums.

Die einzige — damals noch offene — Forderung aus dem Stadtteil will Edeka nun ebenfalls erfüllen. Im Rahmen des Vorhabens, das von der Einzelhändler-Initiative Südstadt Aktiv wie vom Bürgerverein begrüßt wird, soll nun auch Wohnraum entstehen, wie Susanne Wolf von Edeka auf Nachfrage des Stadtanzeigers bestätigt: "Wir wollen dem Wunsch, den auch die Stadt geäußert hat, nachkommen."

Laut der Projektentwicklerin, die für den neuen Standort zuständig ist, führt das Unternehmen dazu Gespräche mit der Stadt und prüft bereits verschiedene Planungsvarianten, wie das Ziel realisiert werden könnte. Auch wenn der Prozess noch ganz am Anfang steht und das Ergebnis offen ist, könnten über dem Einkaufszentrum "etwa 50" Wohnungen entstehen, schätzt Susanne Wolf.

Bürgerverein ist begeistert

Ümit Sormaz, der Vorsitzende des Bürgervereins Nürnberg-Süd, begrüßt die Entscheidung von Edeka ausdrücklich: "Dass es am Aufseßplatz endlich vorangeht, ist schon super. Dass jetzt zusätzlich Wohnungen entstehen, ist noch besser", freut sich Sormaz, auch wenn noch gar nicht feststeht, wie viele es am Ende tatsächlich werden: "Wir brauchen in der Südstadt jede zusätzliche Wohnung. Schließlich haben wir einen Nettozuzug von rund 1000 Menschen — und das pro Jahr", betont er.

Nicht nur mit dem erweiterten Konzept, sondern auch bei der Namenswahl scheint Edeka ein glückliches Händchen zu haben. Obwohl man laut Susanne Wolf darüber nachdenke, die Stadtteilbewohner — zum Beispiel in Form eines Wettbewerbs — an der endgültigen Namensfindung zu beteiligen, kommt offenbar auch der vorläufige Projekt-Titel "Schocken-Center" im Viertel gut an.

Mehrere Anwohner hätten bereits vorgeschlagen, ihn beizubehalten, so Wolf. Eine Idee, die auch Sormaz nicht schlecht findet: "Eine Bezugnahme auf den historischen Namen wäre toll."

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