Montag, 08.03.2021

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Immer mehr Radfahrer rollen über den Hauptmarkt

Freigabe sorgt für Zunahme — Bald der millionste Radler am Künstlerhaus - 18.08.2016 06:01 Uhr

Den freigegebenen Weg über den Nürnberger Hauptmarkt nutzen nun deutlich mehr Radfahrer als vor April. Bis dahin war die Querung eigentlich verboten.

17.08.2016 © Foto: Horst Linke


"Ich dachte, ich traue meinen Augen nicht!" Frank Jülich muss seine Euphorie bremsen, wenn er über die Zahlen der Radler auf der freigegebenen Strecke am Hauptmarkt spricht. Erstens ist das ein heiß umstrittenes, politisch aufgeladenes Thema im Rathaus. Denn mit der CSU und ihrem Wirtschaftsreferenten Michael Fraas sowie dem Behindertenrat gibt es prominente Gegner der Querung für Radler an dieser Stelle. Jülich, der zu den klaren Befürwortern der Öffnung gehört, will sich hier nicht den Mund verbrennen.

Außerdem will das Baureferat, zu dem Jülichs Verkehrsplanungsamt gehört, die neuesten Zahlen bald selbst verkünden. Daher darf der Amtsleiter keine Daten nennen. Doch so viel lässt er sich entlocken: "Es sind deutlich mehr Radler als bisher", betont Jülich. Bis zur offiziellen Freigabe des bis April als Fußgängerzone deklarierten Abschnitts fuhren dennoch – verbotenerweise, aber meist unbehelligt – täglich bis zu 1900 Radler durch die gute Stube Nürnbergs. Jetzt dürften es locker über 2500 sein, versucht man Jülichs Begeisterung in Zahlen zu übersetzen, vielleicht auch 3000.

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Aber auch die Befragung der Passanten und Marktkaufleute durch Studierende der Ohm-Hochschule, die das Projekt begleiten, sind laut Jülich als erfreulich zu bewerten. "Die Fußgänger bewerten die Freigabe überwiegend positiv", erklärt er. Es gebe keine Beschwerden. Die Marktleute weiter weg von der Rad-Passage auch, weil sie in den Radlern Kundschaft erkennen. Nur die Händler direkt an dem Weg seien nicht begeistert. Aber von Unfällen ist Jülich nichts bekannt. Was ihn ärgert, sind Radler, die den Fußweg vor der Frauenkirche nutzen, weil hier kein Kopfsteinpflaster verlegt ist. "Hier müssen wir noch etwas unternehmen."

Andreas Franke

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