Zwei neue Impfstellen geplant

Impf-Ansturm in Nürnberg: Stadt reagiert - und baut Kapazitäten aus

Tobi Lang
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Online-Redakteur

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25.11.2021, 11:45 Uhr
Vor der alten KfZ-Zulassungsstelle in der Großreuther Straße bilden sich regelmäßig lange Schlangen. Viele wollen die Impfung - immer wieder müssen Menschen vertröstet werden. 

Vor der alten KfZ-Zulassungsstelle in der Großreuther Straße bilden sich regelmäßig lange Schlangen. Viele wollen die Impfung - immer wieder müssen Menschen vertröstet werden.  © Stefan Hippel, NN

Ein Impf-Ruck geht durch Bayern. Das Gesundheitsministerium spricht von sprunghaft steigendem Interesse an dem Schutz vor dem Coronavirus, überall im Freistaat bilden sich vor den Impfzentren lange Schlangen, Hausärzte können oft kaum noch Termine anbieten. Während in der ersten November-Woche bayernweit 179.000 Menschen geimpft wurden, waren es in der darauf schon 336.000. Für die vergangene Woche meldet das Gesundheitsministerium sogar fast eine halbe Millionen verabreichte Dosen.

Auch Nürnberg spürt den Ansturm deutlich. Vor den Impfzentren der Stadt bilden sich lange Schlangen. Wo Menschen früher noch ohne Termin kommen konnten, brauchen sie mittlerweile wieder einen. "Nur in der alten KfZ-Zulassungsstelle in der Großreuther Straße geht es noch ohne", erklärt Stadtsprecher Markus Hack - zumindest zwischen 9 und 11 Uhr. Dort aber müssen Helfer regelmäßig Impfwillige vertrösten, die zumindest am selben Tag keine Spritze mehr bekommen können. Besonders der Booster ist gefragt. Doch der Frust wächst.

Zwei neue Impfstellen sollen kommen

Deshalb will Nürnberg die Kapazitäten jetzt massiv ausbauen. Derzeit, erklärt Hack, sind 1000 Impfungen pro Tag möglich. "Ab dem 6. Dezember werden es dann schon 1500 sein." Der Grund: Einerseits wird permanent das Personal aufgestockt, spätestens bis zum Nikolaustag soll es aber auch eine neue Impfstelle in der Innenstadt geben. Bis zum 15. Dezember sollen 2000 Impfungen pro Tag möglich sein - und bis kurz vor Weihnachten sogar 2500. "Derzeit laufen Gespräche mit den Hilfsorganisationen für eine weitere Impfstelle im Zentrum", sagt Hack.

Das Interesse an der Impfung flammt spürbar auf, aber: Zumindest in Nürnberg werden kaum mehr Spritzen gesetzt. "Das bewegt sich seit Anfang Oktober zwischen 3000 und 3300 Impfungen pro Woche", sagt Hack. Bis die Erhöhung der Kapazitäten auch in der Tat umgesetzt werden kann, dauert es also noch. Spätestens Ende November rechnet die Stadt mit mehr verabreichten Dosen. Nicht einbezogen sind die Hausärzte, die derzeit den größten Teil verimpfen.

Problemlos, betont Stadtsprecher Hack, verläuft der Ausbau der Impfkapazitäten nicht. Nachdem die Zentren heruntergefahren wurden, dauert es, bis sie wieder voll auslastbar sind. "Das Personal ist ein großes Thema." Mehrere Impfzentren in Bayern klagen etwa über Personalnot. Impfstoff, sagt auch die Stadt Nürnberg, sei aber genug vorhanden.