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In die Jahre gekommen: BZ soll "zukunftsfähig" werden

Direktor Ecker antwortet auf Kritik, die am Gewerbemuseums-Bau laut wurde - 15.04.2019 13:35 Uhr

Studenten der Musikhochschule Nürnberg proben im Fabersaal des Bildungszentrums am Gewerbemuseumsplatz. Künftig soll sich dort die Tonqualität verbessern.


Als die Bildungseinrichtung in den 1990er Jahren in das repräsentative, frisch sanierte Haus am Gewerbemuseumsplatz einzog, konnte man sich rühmen, eine der schönsten Volkshochschulen Deutschlands zu sein: Marmorfoyer und -treppenhaus, helle Kursräume auf dem neuesten Stand, der Fabersaal als Multifunktions-Veranstaltungsort, vom gläsernen Aufzug aus der Blick auf den Innenhof und von der "Orangerie" im oberen Stockwerk das traumhafte Panorama über die Altstadt zur Burg. Was will man mehr?

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Rund 30 Jahre später hat man sich an diesen Luxus gewöhnt. Da und dort wurden kritische Stimmen laut. Immer wieder betreffen sie die Akustik im Fabersaal, dem zentralen, 200 Besucher fassenden Veranstaltungssaal im Erdgeschoss. Vor allem bei Podiumsdiskussionen seien die Redebeiträge wegen Überlagerung der Mikrofone schwer verständlich, und auch so manches Konzert könne besser ausgesteuert sein.

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"Wir bringen die Lautsprecheranlage derzeit auf den neuesten Stand, sie wird mit einem neuen Mischpult optimiert", sagt BZ-Direktor Martin Ecker auf solche Vorwürfe. Das neue Gerät ist eingetroffen und muss nun noch installiert werden.

"Keine ideale Sportstätte"

Die manchmal etwas unordentlich wirkenden Bewegungsräume im Erd- und Untergeschoss – und vor allem die Umkleide-Situation – sind weitere Kritikpunkte, die von Kursteilnehmern moniert werden. "Da fand eine interne Begehung mit dem BZ-Fachteam Gesundheit statt", erzählt Ecker. Er gibt zu, dass das altehrwürdige Gebäude keine ideale Sportstätte ist, "aber die Teilnehmer schätzen es wegen der zentralen Lage, und die Bewegungskurse sind sehr gut gebucht". Da die Sporthallensituation in Nürnberg bekanntlich alles andere als rosig ist, gibt es – zumindest in der Stadtmitte – keine Ausweichmöglichkeit.

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Immerhin stehen kleine Korrekturen an, etwa ein Mattenwagen, der für mehr Ordnung sorgen soll. Und Sportgeräte wie Gymnastik- und Sitzbälle werden schon bald aus der sowieso sehr engen Herren-Umkleide verschwinden, dafür sind ein paar mehr Kleiderspinde geplant. Das eine oder andere beim Sport nicht benötigte Whiteboard soll verschwinden und durch einen Schrank für Sportutensilien ersetzt werden. Zusätzliche Räume zum Umziehen im Erdgeschoss seien zwar wünschenswert, aber nicht realisierbar: Der Platz dafür würde zulasten der Bewegungsräume gehen, die alle gebraucht werden.

Fehlendes WLAN sorgt für Kopfschütteln

"Besser geht immer", meint Ecker und verweist darauf, dass im Mai die 36 BZ-Kursräume am Gewerbemuseumsplatz – immerhin eine Fläche von insgesamt 3400 Quadratmetern – von einem Qualitätsmanagement-Unternehmen begutachtet werden, um zertifiziert zu werden.

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Ein Schwachpunkt, über den besonders Teilnehmer an EDV-Kursen den Kopf schütteln, ist das fehlende WLAN. "Da sind wir dran", sagt der BZ-Leiter. "Wir sollten eigentlich schon Ende 2018 an der Reihe sein. Jetzt hoffen wir, dass wir wenigstens in diesem Jahr noch zum Zug kommen." Die EDV-Räume seien bereits vor fünf Jahren mit neuen Notebooks ausgestattet worden, auch die neueste Software sei aufgespielt.

Ins Schwärmen kommt Martin Ecker, wenn er Besuchern Räume wie die schon erwähnte "Orangerie" oder einen lichtdurchfluteten Mehrzweckraum im dritten Stock zeigen kann, der zum Innenhof hinausgeht, mit Balkon, Glasdach und integrierten Sandsteinmauern des alten Gebäudes. Für ihn ist es immer noch eine der schönsten deutschen Volkshochschulen – wenn nicht überhaupt die schönste. "Ich freue mich über das positive Signal aus der Stadtgesellschaft zum Standort des Bildungszentrums und über die damit verbundene Wertschätzung." Und er verspricht: "Das BZ wird den Standort am Gewerbemuseumsplatz 2 weiterentwickeln und zukunftsfähig aufstellen."

Ute Wolf E-Mail

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