Investor verspricht günstigen Wohnraum auf Quelle-Areal

Sabine Stoll
Sabine Stoll

E-Mail

6.10.2018, 05:48 Uhr
Das Quelle-Areal ist eine der größten leerstehenden Immobilien in Deutschland.

© Michael Matejka Das Quelle-Areal ist eine der größten leerstehenden Immobilien in Deutschland.

Herr Düsterdick, Ihr Unternehmen hat das Quelle-Areal gekauft. Die Nürnberger haben allerdings schon mehrere Immobilienentwickler kommen und gehen sehen, die große Pläne damit hatten. Was unterscheidet Sie vom letzten Eigentümer Sonae Sierra, der am Ende das Handtuch geworfen hat?

Düsterdick: Das Konzept. Wir haben den Ankauf von Quelle durch Sonae Sierra mit Erstaunen verfolgt. Für uns war klar, dass das keine Lage für ein Shoppingcenter ist. Wir fanden das von Anfang an gewagt, dort solche Pläne durchsetzen zu wollen. Stadt und Sonae Sierra haben dann ja auch jahrelang um die Quadratmeterzahl der Verkaufsfläche gerungen. Aber das ist nicht unser Thema. Wir wussten von Beginn an, wir wollen dort in erster Linie Wohnungen schaffen.

Mathias Düsterdick, 50, ist Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Gerchgroup AG. Er ist in Berlin geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Nürnberg. Der Kaufmann war zunächst in Immobilien- und Beratungsunternehmen tätig, ehe er sich auf die Projektentwicklung konzentrierte. Die Gerchgroup hat das ehemalige Quelle-Gelände im zweiten Quartal 2018 gekauft. Der Baubeginn für „The Q“ ist im Jahr 2021 vorgesehen, 2024 soll alles fertig sein. Düsterdick ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf.

Mathias Düsterdick, 50, ist Vorstandsvorsitzender der Düsseldorfer Gerchgroup AG. Er ist in Berlin geboren und verbrachte einen Teil seiner Kindheit in Nürnberg. Der Kaufmann war zunächst in Immobilien- und Beratungsunternehmen tätig, ehe er sich auf die Projektentwicklung konzentrierte. Die Gerchgroup hat das ehemalige Quelle-Gelände im zweiten Quartal 2018 gekauft. Der Baubeginn für „The Q“ ist im Jahr 2021 vorgesehen, 2024 soll alles fertig sein. Düsterdick ist verheiratet, hat drei Kinder und lebt mit seiner Familie in Düsseldorf. © Foto: Frank Beer

Hatten Sie schon früher Interesse an Quelle?

Düsterdick: Absolut. Aber Sonae Sierra hat damals viel Druck gemacht und wollte das unbedingt eintüten. Sonae Sierra hat uns später auch angesprochen, ob wir nicht den Wohnbereich machen wollen. Aber wir sind uns nicht einig geworden, weil die Verbindung von Wohnen und einem Shoppingcenter ganz, ganz schwierig ist.

Das Quelle-Gelände ist kein einfaches Areal. Das Gebäude steht unter Denkmalschutz, aber das hat Sie ganz offensichtlich nicht abgeschreckt.

Düsterdick: Nein, für uns war immer klar, dass wir die Bestandsgebäude erhalten wollen. Aber natürlich ist der Denkmalschutz eine große Herausforderung. Da haben wir aber keinen Bammel davor, wir können das.

Sie wollen vor allem Wohnungen bauen. Man kann sich auf dem Quelle-Gelände wunderbare Penthouse-Wohnungen mit Burgblick vorstellen, aber in Nürnberg fehlen vor allem bezahlbare Wohnungen. Wer wird sich die neuen Wohnungen überhaupt leisten können?

Düsterdick: Wir werden einen Anteil an gefördertem Wohnungsbau realisieren. Im übrigen Bereich haben wir vor, alles zu machen: von kleinen Wohnungen bis zu großen Wohnungen. Die Penthouse-Wohnung mit Burgblick wird in der Minderheit sein. Da soll der Student genauso wohnen können wie das Senioren-Paar. Nur das bringt später sozialen Frieden.

Sie haben von einem völlig neuen Typus "Mix Use Immobilie" gesprochen, also von einem neuen Typ Mischnutzung. Was meinen Sie genau damit?

Düsterdick: Im Erdgeschoss wollen wir Nahversorgung, eine Kita oder
ein Fitnessstudio zum Beispiel unterbringen und darüber unterschiedlichste Wohnformen. Es gab Zeiten in Deutschland, da war das gar nicht möglich, weil niemand so etwas haben wollte. Aber das hat sich sehr gewandelt. Die Leute wohnen heute gerne da, wo sie ihren Supermarkt, ihren Bäcker, ihren Metzger, ihre Reinigung und die Kita unten drunter haben. Es wird eine kleine Stadt in der Stadt werden.

Das komplette Interview lesen Sie in der Wochenend-Ausgabe der Nürnberger Nachrichten. 

8 Kommentare