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Islamisten-Propaganda auf dem Jakobsplatz

Kirchen und Parteien kündigen Proteste gegen Salafisten-Prediger an - 30.04.2014 16:06 Uhr

Pierre Vogel ist der wohl in Deutschland bekannteste Salafist. Bei weitem aber nicht der einzige.

© dpa


Vogel hat für Samstagnachmittag in der Innenstadt eine Veranstaltung mit 500 Teilnehmern angemeldet, die Stadt Nürnberg erwartet jedoch nur etwa 250 bis 300. Der Propaganda-Auftritt ist Teil einer Missionierungstour, die im Januar in Pforzheim begonnen hatte.

An allen Stationen legen es die Salafisten nicht nur auf Sympathie-Werbung an, sondern sammeln auch Spenden, angeblich für „humanitäre Hilfe“ in Syrien. Ein Mitstreiter von Vogel, der Hassprediger Sven Lau, sitzt indes seit Februar in Untersuchungshaft.

Aus Rücksicht auf eine Trauung darf die ursprünglich für 14 Uhr angesetzte Kundgebung erst um 15 Uhr beginnen. Zum Protest gegen die Fanatiker hat sich ein Bündnis aus liberalen Kräften formiert und eine Gegenkundgebung angemeldet.

Gebete und Protest

In der Jakobskirche treffen sich Christen, Juden und Muslime ab 14 Uhr unter dem Motto „Dialog statt Monolog“ zu einem multireligiösen Gebet für Frieden, Respekt und Toleranz. „Wir möchten uns eindeutig und klar von dessen Interpretationen von Koran und islamischer Tradition distanzieren“, sagte Süleyman Wolf Bahn von der islamischen Gemeinschaft Mevlana.

Parallel zur Kundgebung von Vogel wollen etwa 100 Vertreter der Jungen Liberalen, der Piraten und der Linken gegen den Prediger protestieren.

Die Polizei rechnet mit einem eher ruhigen Ablauf. „Bei den bisherigen Veranstaltungen in anderen Städten ist es zu keinen Zwischenfällen gekommen“, sagte Polizeisprecherin Elke Schönwald.
 
Vogel ist 2001 zum Islam übergetreten und zählt zu den führenden Salafisten in Deutschland. Seit Anfang des Jahres tourt er durch verschiedene deutsche Städte. Insgesamt 33 will er bei seiner „Deutschland-Tournee“ ansteuern.

Dieser Artikel wurde am 30. April um 16.10 Uhr aktualisiert.

woh/dpa/cmo

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