Je nach Anlass: Das passende Café

6.7.2012, 11:54 Uhr
Mit einer Tasse Espresso den Alltag kurz hinter sich lassen? Viele Lokale in Nürnberg bieten Gelegenheit dazu, jedes auf seine Art.

Mit einer Tasse Espresso den Alltag kurz hinter sich lassen? Viele Lokale in Nürnberg bieten Gelegenheit dazu, jedes auf seine Art. © Roland Fengler

Zum Ruhefinden: "" - der Name trifft genau das Lebensgefühl, das sich beim Anblick des kleinen Cafés in der Löbleinstraße 60 sofort einstellt. „Du sollst herkommen und abschalten können“, bringt Steffi Schumann, die hier tollen Kaffee macht, das Konzept auf den Punkt. „Dich wohlfühlen eben.“ Viele Stammkunden kommen hierher und Leute, die „Ruhe reinbringen“, schwärmt sie. Und man nimmt ihr sofort ab, dass das Café aus Liebe zum Detail entstanden ist. Hier gibt es keine Einheitsmöblierung, die alten Stühle sind Individualisten, die Holztische mit gehäkelten Deckchen darauf vermitteln ein sehr heimeliges Gefühl, ohne miefig zu wirken, gerahmte Fotos, eine rote, gemusterte Stofftapete und ein paar moderne Elemente runden das Bild ab. Hier kann man sitzen wie daheim im eigenen Wohnzimmer. Oder, wenn man will, auch mit jemandem ins Gespräch kommen.

Ein Café mit einem hohen Wohlfühl-Faktor: Im „Wohlleben“ kann man sitzen wie im eigenen Wohnzimmer.

Ein Café mit einem hohen Wohlfühl-Faktor: Im „Wohlleben“ kann man sitzen wie im eigenen Wohnzimmer. © Mark Johnston

Zum Turteln: Zugegeben, auf das Meeresrauschen und den romantischen Sonnenuntergang am glitzernden Wasser müssen verliebte Pärchen im Café „Dampfnudelbäck“ verzichten. Stattdessen rauschen höchstens die Autos und die Straßenbahn an einem vorbei. Macht nichts. Denn es kann durchaus schön und romantisch sein, in einem Strandkorb auch inmitten der Johannisstraße vor dem Haus Nummer 34 zu sitzen. Genau das macht das Café möglich.

Wer sich die Zeit mit Leute anschauen vertreiben mag, soll sich im Café Schnepperschütz an der Hallerwiese niederlassen – gerne auch auf einer Treppenstufe. Unzählige Passenten gehen im Laufe des Tages an dem Lokal vorbei.

Wer sich die Zeit mit Leute anschauen vertreiben mag, soll sich im Café Schnepperschütz an der Hallerwiese niederlassen – gerne auch auf einer Treppenstufe. Unzählige Passenten gehen im Laufe des Tages an dem Lokal vorbei. © Stefan Hippel

Zum Entspannen mit Kind: Wer ein kleines Kind hat, schaut die Welt mit ganz anderen Augen an. So stellt man ziemlich schnell fest, dass der Kinderwagen nicht in jedem Lokal willkommen ist oder überhaupt Platz hat. Und wie bespaßt man seinen Nachwuchs, der noch keinen Gefallen an ausgedehnten Kaffeerunden gefunden hat? Eine Möglichkeit, ein Kind dabei zu haben und gleichzeitig mit Freunden bei einem Getränk zu plaudern, bietet mitten in der Altstadt in der Vorderen Sterngasse 1 das Café „Fenster zur Stadt“ von der katholischen Kirche. Dort gibt es nämlich eine gut ausgestattete Spielecke. Übrigens, im Café gibt es keine festen Getränkepreise, jeder zahlt, was er kann bzw. was ihm angemessen erscheint. Wer mag, kann natürlich auch etwas mehr zahlen als üblich und unterstützt damit Menschen mit kleinem Geldbeutel.

Zum Sehen und Gesehen werden: Im Café Schnepperschütz plagt einen nie die Sorge, dass alle Tische des kleinen Lokals an der Hallerwiese besetzt sein könnten – dazu gibt es genug Treppenstufen in greifbarer Nähe. So mancher versucht es gar nicht mit einem Stuhl und lässt sich gleich auf der Treppe nieder. Schon faszinierend, dass gleich oberhalb die Autos entlangbrausen. Denn hier unten direkt am Hallertor bekommt man davon so gut wie nichts mit, sitzt mitten im Grünen und kann den Blick ganz entspannt in Richtung Fluss schweifen lassen. Oder man genießt seinen Tee oder Kaffee und liest eine Zeitung oder ein Buch. Doch das wirkliche Leben kann spannender sein: An dem Café ziehen stündlich unzählige Passenten vorbei. Und Leute anschauen ist bekanntlich eine spaßige Angelegenheit.

Mehr Informationen in unserer Rubrik Essen und Trinken!

Keine Kommentare