Jetzt fix: VGN-Tickets werden wieder deutlich teurer

29.7.2015, 16:15 Uhr
Auch die U-Bahn wird künftig wieder teurer - um zehn Cent pro Einzelfahrt.

Auch die U-Bahn wird künftig wieder teurer - um zehn Cent pro Einzelfahrt. © Eduard Weigert

Der Weg für höhere VGN-Preise ist frei: Am Mittwoch stimmte die Stadt Nürnberg in der letzten Sitzung vor der Sommerpause mit großer Mehrheit für die Erhöhung der Fahrpreise im Verkehrsverbund Großraum Nürnberg (VGN) um durchschnittlich 3,11 Prozent. Lediglich vier Stimmen gegen das Vorhaben gab es.

Begründet wird die jährliche Anpassung mit der Preissteigerung für die Betriebe im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV). Die VAG macht rund 70 Millionen Euro Verlust im Jahr. Ohne die regelmäßige Erhöhung würde das Defizit, das die Stadt tragen muss, immer weiter steigen, heißt es.

Einzelfahrkarte kostet 10 Cent mehr

So muss für eine Einzelfahrkarte (z.B. Erwachsener, Preisstufe 2) statt 2,30 dann 2,40 Euro gezahlt werden (plus 4,35 Prozent). Eine 4er-Streifenkarte (Kurzstrecke C, Kind) wird um 8,11 Prozent oder 30 Cent teurer und kostet dann vier Euro. Das Tagesticket Plus macht einen Sprung um 50 Cent auf 9,90 Euro (Preisstufe A). Die 10er-Streifenkarte verteuert sich um 3,7 Prozent, was für einen Erwachsenen statt 10,80 dann 11,20 Euro ausmacht.

Noch bis 2019 soll ein Verlust ausgeglichen werden

Noch ein Beispiel: Der Preis für die beliebte MobiCard steigt etwa in der Tarifstufe A (9 Uhr) von 63 auf 66,40 Euro (plus 5,4 Prozent). Das neue Semesterticket übrigens soll mit dem Wintersemester 2016/17 auch teurer werden. Der Sockelbetrag steigt von 65 auf 70,90 Euro (plus 9,08 Prozent), das Zusatzticket kostet dann sechs Euro mehr und kostet 199 Euro. Zum Sommersemester nächsten Jahres wird eine Preiserhöhung nicht umgesetzt.

Die Tariferhöhung im VGN setzt sich aus einem Block zusammen, der sich an der prognostizierten Preissteigerung für 2016 orientiert (2,61 Prozent) und aus einem Aufschlag von 0,5 Prozent. Damit soll noch bis 2019 ein Verlust durch die Anpassung der unterschiedlichen Tarife im Verbund ausgeglichen werden.

Neues Firmen-Abo für kleine Betriebe

Die Stadt Nürnberg plant mit der VAG eine eigene Tarifreform ab 2016. Die Beschlüsse im Rat sind gefasst, doch die Umsetzung gestaltet sich schwerer als gedacht. Denn Nürnberg braucht die Zustimmung des VGN. Die gibt es wohl für das neue 9-Uhr-Abo (35 Euro im Monat), ein Firmen-Abo für kleine und mittlere Betriebe, den städtischen Zuschuss zu Schülerkarten, einen höheren Mehrfahrten-Rabatt, eine preisgünstige Kurzstrecke, eine Tageskarte für Touristen und den Preisaufschlag, wenn beim Fahrer eine Karte gekauft wird.

OB Ulrich Maly berichtete aber, dass es auch noch Vorbehalte im VGN gegen weitere Teile gibt, wie etwa das günstige Partner-Abo oder die Ausweitung des Firmen-Abos auf weitere Betriebe.

Der Artikel wurde zuletzt am 29. Juli um 16.15 Uhr aktualisiert.

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