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Junge Familien ziehen gerne von Nürnberg nach Fürth

Geburtenrate in den letzten Jahrzehnten deutlich gesunken - 05.12.2018 06:00 Uhr

Vor allem günstigere Mieten locken junge Familien aus der Großstadt. © dpa


In Wirtschaftswunder-Zeiten musste sich das Land um ausreichend Nachwuchs keine Sorgen machen: Im Schnitt brachten die Frauen in den 50er Jahren 2,2 Kinder zur Welt. Heute sind es gerade einmal 1,3. Dazu kommt, dass die Menschen dank guter Ernährung und moderner Medizin immer älter werden. Vor 100 Jahren lag die Lebenserwartung der Männer gerade einmal bei rund 46 Jahren, heute beträgt sie 78 Jahre. Frauen wurden schon immer älter: Einst erreichten sie immerhin 52 Jahre, heute erleben sie im Schnitt ihren 83. Geburtstag.

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Mit der demographischen Entwicklung speziell in Nürnberg beschäftigt sich das Amt für Stadtforschung und Statistik in einem seiner aktuellen Berichte. Als Datengrundlage dient die Bevölkerungspyramide aus dem Jahr 2106. Sie zeigt, dass die Babyboomer, die heute im Alter zwischen 47 und 63 Jahren sind, einen großen Teil der Nürnberger Bevölkerung ausmachen. Also all die Frauen und Männer, die zwischen Mitte der 50er und Mitte der 60er Jahre auf die Welt gekommen sind.

In den 50er Jahren ging es mit den Lebensverhältnissen der Deutschen kontinuierlich bergauf. Mehr als eine Million Kinder wurden in dieser Zeit pro Jahr in Deutschland geboren. Dann kam die Pille und setzte dem Kindersegen ein Ende. Von 1965 an sank die Geburtenzahl kontinuierlich und ging erst in den letzten Jahren wieder leicht nach oben. Erst seit 2014 werden wieder mehr Kinder geboren. Zum Vergleich: In Nürnberg erblickten 2016 rund 5600 Babys die Welt, 1966 wurden 6400 Kinder geboren, 1979 waren es lediglich 3750.


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Günstigere Mieten

In den 80er Jahren wurden die Babyboomer selbst Eltern, deshalb sei die Zahl der 26- bis 36-Jährigen Nürnbergerinnen und Nürnberger derzeit besonders hoch, schreiben die Statistik-Experten in ihrem Bericht weiter. "Dazu kommt, dass die Stadt mit vielen Arbeitsplätzen sowie Aus- und Weiterbildungsangeboten für junge Menschen sehr attraktiv ist." Allerdings räumen die Statistiker auch ein, dass Nürnberg zunehmend junge Familien an das Umland verliert. Dort lässt es sich günstiger wohnen.

Betrachtet haben die Mitarbeiter des Statistikamts auch die Wanderungsbewegungen zwischen Nürnberg und Fürth. Da ergab sich folgendes Bild: Im Jahr 2017 stammten 28 Prozent der Zuwanderer, die nach Fürth kamen, aus Nürnberg. Umgekehrt lag der Anteil der Fürther unter den Neu-Nürnbergern nur bei 6,2 Prozent. Es sind vor allem junge Erwachsene, die von Fürth nach Nürnberg ziehen. Nürnberg dagegen verliert vor allem junge Familien mit Kindern unter fünf Jahren an seine Nachbarstadt.

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Um zu sehen, wie sich die Altersstruktur in Zukunft entwickelt, haben die Statistiker Berechnungen bis zum Jahr 2027 vorgenommen. Im Durchschnitt waren die Nürnberger im Jahr 2016 43,2 Jahre alt, 2027 werden sie 44,3 Jahre alt sein. Das Alter der Fürther lag 2016 bei 42,8 Jahren, 2027 steigt es auf 44,6. Die demographische Entwicklung sei in beiden Städten sehr von der Alterung der Bevölkerung geprägt, lautet das Fazit des Demographie-Berichts. "Diese ist zum einen in dem Übergang großer Jahrgänge in ein höheres Lebensalter, zum anderen in einer geringeren Sterblichkeit und damit einhergehender Langlebigkeit begründet." Trotz steigender Geburtenzahlen könnten die jüngsten Jahrgänge diese Entwicklung nicht kompensieren. "Nur durch Zuwanderung könnten die Städte sich verjüngen." 

gs

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