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Juraleitung: Auch Nürnberg lehnt Stromtrasse klar ab

Geplante Höchstspannungsleitung sorgt für Ärger - OB Maly stellt Forderungen - 16.08.2019 14:25 Uhr

Die Juraleitung sorgt deutschlandweit für Protest. Hier, in Thüringen, stellten Aktivisten ein symbolisches Kreuz auf, das die Auswirkungen für die Landschaft verdeutlichen soll. © dpa/ Jens Büttner


Die sogenannte Juraleitung ist eine rund 160 Kilometer lange Hochspannungsstromleitung, die heute im Abschnitt zwischen Raitersaich und Ludersheim das südliche Nürnberger Stadtgebiet quert. Zur Verbesserung der überregionalen Übertragungskapazitäten soll die seit den 1940er Jahren bestehende 220 Kilovolt(kV)-Stromleitung durch einen 380 kV-Höchstspannungs-Neubau ersetzt werden.

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Geplante Stromtrasse: Anwohner protestieren gegen Juraleitung

"Komm, sonst kommt die Stromtrasse zu dir!" Unter diesem Motto hatte die Bürgerinitiative "Rettet das Schwabachtal" zu einem Aktionstag gegen die sogenannte Juraleitung eingeladen. Und trotz des regnerischen Wetters und Urlaubszeit waren mehrere hundert Menschen nach Gustenfelden im Landkreis Roth gekommen, um gegen den geplanten Ersatzneubau der Stromtrasse P53 zu protestieren.


Zuständig für die Planungen ist der Netzbetreiber Tennet. Über eine Online-Plattform hat die TenneT im Mai diesen Jahres erstmals konkrete Trassenvorschläge für den Ersatzneubau zur Diskussion gestellt. Gleich mehrere dieser Vorschläge würden wieder den Süden des Nürnberger Stadtgebiets betreffen. Grund genug für die Stadtverwaltung, die TenneT-Überlegungen sorgfältig auf den Prüfstand zu stellen, heißt es in einer Mitteilung.

"Rednitztal ist für Naturschutz bedeutsam"

Auf besonderes Unverständnis stößt bei Umweltreferent Peter Pluschke ein Trassenvorschlag, der auf einer Länge von fast zwei Kilometern im Talraum der Rednitz verlaufen würde. "Das Rednitztal ist ein für Naturschutz, Landwirtschaft und Naherholung außerordentlich bedeutsamer regionaler Grünzug. Mit den dort befindlichen kulturhistorisch einzigartigen Wässerwiesen würde zudem eine jahrhundertealte Kulturlandschaft zerstört werden", so der Umweltreferent.


Großer Protest gegen die umstrittene Juraleitung


Auch Baureferent Daniel F. Ulrich ist über die TenneT-Planungen entsetzt, wären mit einer Trassenführung im südlichen Stadtentwicklung und bestehende Wohngebiete gerade in Katzwang, aber auch in Kornburg verbunden. "In einer dicht besiedelten Großstadt wie Nürnberg geht das gar nicht", bringt er sein Missfallen deutlich zum Ausdruck.

Maly mit Forderungen an Tennet

Zusammengefasst wurden die Bedenken in einer Antwort an die Tennet, in der Oberbürgermeister Ulrich Maly Ende Juli erklärt hat, dass für die Stadt Nürnberg weder eine Trassierung im Rednitztal noch eine zwischen den Ortsteilen Worzeldorf und Kornburg verlaufende Trassenführung in Frage kommen kann. Auch einen Neubau im Verlauf der Bestandstrasse zwischen Katzwang und Neukatzwang schließt der Oberbürgermeister aus. "Die Grenzen dessen, was den hier wohnenden Menschen an Belastungen zugemutet werden kann, sind bereits heute vollständig ausgereizt", stellt Maly unmissverständlich fest.

Ohnehin hat sich der Oberbürgermeister in der Frage der Trassenabstände gegenüber der Tennet klar positioniert: "Die Stadt Nürnberg erwartet von der Tennet, dass die im Landesentwicklungsprogramm Bayern festgelegten Mindestabstände der Stromleitung zu benachbarten Nutzungen ausnahmslos eingehalten werden."

Gewährleistet wären so Mindestabstände von 400 beziehungsweise 200 Metern zu Wohngebäuden und von 400 Metern zu anderen besonders schutzbedürftigen Einrichtungen wie Schulen oder Kindertagesstätten.

Als Fazit lassen die hohen Betroffenheiten im südlichen Stadtgebiet nach Überzeugung der Stadt Nürnberg nur einen Schluss zu: Für den Neubau der Juraleitung ist, wenn dieser denn überhaupt nötig ist, eine Trasse zu bevorzugen, die südlich von Schwabach ausschließlich unbewohntes Gebiet betrifft, auch wenn sie etwas länger ist. 

fra

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