Nach positiven Signalen aus München

Kann Nürnbergs Frühlingsfest stattfinden? Das sagen Stadt und Schausteller

Johannes Handl
Johannes Handl

Lokalredaktion

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15.3.2022, 17:31 Uhr
Endlich wieder so richtig durchgeschüttelt werden: Viele Besucher des Frühlingsfests freuen sich vor allem auf die Fahrgeschäfte. 

© Roland Fengler Endlich wieder so richtig durchgeschüttelt werden: Viele Besucher des Frühlingsfests freuen sich vor allem auf die Fahrgeschäfte. 

"Freedom Day" hin oder her: Die Schausteller interessiert in diesen Tagen vor allem, ob die Volksfeste wieder stattfinden dürfen. Nach zwei Jahren Corona steht vielen von ihnen finanziell das Wasser bis zum Hals. Umso wichtiger ist es, dass sie mit den beliebten (Groß-)Veranstaltungen endlich wieder ihren Lebensunterhalt verdienen können.

Am Dienstag nun tagte das bayerische Kabinett und beschloss, dass für Volksfeste noch bis zum 2. April analoge Regeln wie in der Gastronomie gelten sollen. Anschließend sollen auch diese wegfallen. Die Entscheidung, welche Volkfeste stattfinden, trifft allerdings nicht die Staatsregierung, wie Florian Herrmann (CSU) am Beispiel des Münchner Oktoberfestes verdeutlichte. Ob dieses stattfindet, "ist natürlich eine Entscheidung der Landeshauptstadt", erklärte der Staatskanzleichef.

Und wie sieht es in Nürnberg aus? "Momentan gehen wir davon aus, dass das Frühlingsfest wie geplant stattfinden wird", sagt Andreas Franke, Sprecher der Stadt Nürnberg, auf Anfrage. Nach den positiven Signalen aus München stehen die Chancen also gut, dass das Frühlingsfest am 16. April eröffnet wird und bis zum 1. Mai zahlreiche Besucher anlockt. Laut Franke möchte die Stadt daher die gemeinsamen Planungen mit den Schaustellern fortsetzen.

Endlich wieder normal arbeiten

Lorenz Kalb betont, wie wichtig es sei, dass die Schausteller "nach so langer Zeit endlich wieder normal ihrer Arbeit nachgehen dürfen". Der Vorsitzende des Süddeutschen Schaustellerverbands weist einmal mehr darauf hin, dass es sich beim Frühlingsfest um ein Familienfest handelt, das nicht mit Saufgelagen wie etwa in Ischgl, am Ballermann oder am Oktoberfest verglichen werden dürfe.

Da sich die Besucher an der frischen Luft aufhalten, sei die Gefahr, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, außerdem extrem gering. Der Funktionär möchte nun zunächst abwarten, welche Ergebnisse die nächste Ministerpräsidentenkonferenz am Donnerstag, 17. März, bringt. Die Zusammenarbeit mit der Stadt will er aber selbstverständlich fortsetzen.

"Wir fordern, dass wir gleichgestellt werden mit der stationären Gastronomie", sagt Kalb. In Discos, Clubs und Gastronomiebetrieben gelten schon seit dem 4. März Erleichterungen bei den Corona-Beschränkungen. Eines stellt Kalb, selbst Schausteller in fünfter Generation, mit Blick auf den 16. April aber schon jetzt klar: "Wir werden nicht mit Pauken und Trompeten das Familienfest beginnen - sondern gediegen." Der traditionelle Eröffnungsverkauf am ersten Tag des Frühlingsfestes soll in diesem Jahr Geflüchteten aus der Ukraine zugutekommen. Darüber hinaus kündigt Kalb weitere Aktionen für den guten Zweck an.

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