Präventionsveranstaltung

"Keine Toleranz für Raser": Nürnberger Polizei informiert in der Innenstadt

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Stefanie Taube

Lokalredaktion Nürnberg

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3.8.2022, 12:50 Uhr
Raser bringen nicht nur sich sondern auch ihre Umwelt in massive Gefahr.

© Andreas Arnold/dpa, NNZ Raser bringen nicht nur sich sondern auch ihre Umwelt in massive Gefahr.

Auch in Mittelfranken wurden bereits einige verbotene Autorennen zur Anzeige gebracht. Denn: Nicht selten kommt es zu folgenschweren Unfällen. Ob es sich um ein verabredetes Duell oder ein kurzes spontanes Kräftemessen an der Ampel mit anschließender maximaler Beschleunigung handelt, spielt dabei keine Rolle: "Die mittelfränkische Polizei zeigt null Toleranz für Raser", heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Seit 2017 hat der Gesetzgeber mit dem Paragraphen 315d des Strafgesetzbuches (StGB) eine Gesetzesnorm geschaffen, die bereits die Teilnahme an solch einem verbotenen Autorennen unter Strafe stellt. Die Strafen reichen von bis zu zwei Jahren Haft bei bloßer Teilnahme bis hin zu zehn Jahren Freiheitsstrafe, wenn durch das Rennen andere Personen verletzt oder gar getötet werden. Manch einer mag von dieser Strafandrohung nicht abgeschreckt sein. Doch die Konsequenzen reichen noch weiter: Besteht der Anfangsverdacht der Teilnahme an einem verbotenen Kraftfahrzeugrennen, wird regelmäßig der Führerschein des Fahrers, in manchen Fällen sogar das verwendete Fahrzeuge an Ort und Stelle beschlagnahmt.

Erster Polizeihauptkommissar Reinhold Eckl, stellvertretender Leiter des beim Polizeipräsidium Mittelfranken für Verkehrsaufgaben zuständigen Sachgebiets E4, kennt die Gefahren denen sich die Raser selbst und vor allem Unbeteiligte aussetzen. Verständnis hat er für die meist jungen Männer mit hochmotorisierten Autos nicht: "Wer mit über 100 km/h durch das Stadtgebiet fährt, setzt nicht nur sein eigenes sondern vor allem auch das Leben von anderen aufs Spiel." Er und sein Team haben deshalb eine spezielle Kontrolleinheit gegründet, die die Szene ins Visier nimmt.

Eigene Kontrollgruppe

Die Kontrollgruppe CarTuning (KoCarT) führt seit dem Jahr 2021 regelmäßig Kontrollaktionen in ganz Mittelfranken durch. Die speziell geschulten Beamten kennen sich nicht nur bei den technischen Veränderungen in der Tuningszene aus. Sie haben auch die sogenannten "Poser" im Blick. Am kommenden Freitag, 5. August, und Samstag, 6. August, veranstalten die Beamten des Sachgebiets E4 zusammen mit den Spezialisten der Kontrollgruppe CarTuning einen Informationsstand zu dem Thema. Der Stand wird am Freitag auf dem Kornmarkt, am Samstag am Jakobsplatz zu finden sein.

Die Beamtinnen und Beamten möchten interessierte Bürgerinnen und Bürger aufklären, mit der Zielgruppe ins Gespräch kommen und Bewusstsein für die enormen Gefahren schaffen. Hierbei wird unter anderem auch ein originales Autowrack eines schweren Verkehrsunfalls aus 2018 in Niederbayern für jeden sichtbar ausgestellt. Die Polizisten stehen an beiden Tagen jeweils von 16 bis 21.30 Uhr Rede und Antwort.


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