Klimaneutralität gefordert

Klimaprotest: Studierende besetzen die Akademie der Bildenden Künste

Isabel Pogner
Isabel Pogner

Online-Redaktion

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23.11.2022, 13:57 Uhr
Studierende der Akademie der bildenden Künste besetzen die Gänge. 

© endfossil: occupy Studierende der Akademie der bildenden Künste besetzen die Gänge. 

Am Dienstagnachmittag haben Studierende der Akademie der Bildenden Künste (AdBK) in Nürnberg einen Gang ihrer Hochschule besetzt. Das teilte die Protestgruppe "endfossil: occupy" am Mittwochmorgen mit. Holger Felten, Präsident der Akademie, bestätigt die Aktion.

Die Studierenden wollen mit ihrem Protest auf drei Kernthemen aufmerksam machen: Klimakrise, Machtmissbrauch und Gleichstellung. Von der Hochschule fordern die Studierenden unter anderem eine schnelle Klimaneutralität, Solidarität mit Protesten im Iran und eine externe Erstanlaufstelle bei Machtmissbrauch und Diskriminierung. Dafür kampieren sie im Gang zwischen Mensa und Aula.

Direkt gegen die Hochschule richtet sich die Aktion aber nicht, teilen die Aktivisten mit: "Wir möchten klarstellen, dass unsere Aktion kein direkter Angriff auf die Hochschulleitung der Akademie der Bildenden Künste darstellt, sondern vielmehr ein politisches Statement allgemein sein soll."

Kunsthochschule unterstützt Protestaktion

Die Kunsthochschule heißt die Aktion gut. "Hochschulen sind Diskussionsräume, in denen man Gesellschaftsthemen verhandelt", sagt Felten. Um ins Gespräch mit Kommilitonen und Dozenten zu kommen, hätten sich die Studierenden den richtigen Starttermin ausgesucht. "Mittwochs sind bei uns Klassenbesprechungen. Da ist auf dem Campus am meisten los", erklärt der Präsident.

Generell stehe die Hochschule ihren 330 Studierenden sehr nahe. "Wir haben ganz engen Kontakt und sind gut darüber informiert, was die Studierenden umtreibt", sagt Felten. Die Hochschule empfindet die Aktion nicht als betriebsstörend. "Das wirkt eher wie eine Einladung, um ins Gespräch zu kommen", teilt Felten mit. Dafür hätten es sich die Protestler richtig gemütlich gemacht: mit Teppichen und Sofas. "Wenn Kunststudierende etwas machen, dann sieht das am Ende eben auch gut aus", erklärt Felten.

In den kommenden Tagen will die Gruppe den Hochschulbesuchern einiges an Programm bieten. Wie das genau aussieht, will die Gruppe auf ihrem Instagram-Kanal @endfossilnbg mitteilen. Die Bewegung "endfossil" ist weltweit aktiv. Bis Ende Dezember will sie deutschlandweit weitere Gebäude besetzen, um auf die Klimakrise aufmerksam zu machen.